
In der Schwangerschaft möchten viele Frauen möglichst wenig auf die Haut bringen. Gleichzeitig sind Mückenstiche lästig, und auf Reisen können Mücken Krankheiten übertragen, die für Mutter und Kind gefährlich sind. Dieser Ratgeber zeigt, welche Wirkstoffe in der Schwangerschaft verwendet werden können, wie Sie sie richtig anwenden und welcher Schutz ganz ohne Wirkstoff funktioniert.
Welche Wirkstoffe sind in der Schwangerschaft möglich?
Laut Embryotox können DEET und Icaridin in der Schwangerschaft und Stillzeit als Mückenabwehrmittel angewendet werden. Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité Berlin. Über die Haut gelangen nur geringe Mengen der Wirkstoffe in den Körper.
| Wirkstoff | Schutzdauer | Einsatz in der Schwangerschaft |
|---|---|---|
| Icaridin | mehrere Stunden | gut geeignet für den Alltag, geruchsarm und gut verträglich |
| DEET | bis etwa acht Stunden | möglich, vor allem für Reisen in Tropengebiete |
| IR3535 | etwa zwei bis vier Stunden | mild, für kurze Aufenthalte im Freien |
| Zitroneneukalyptus (PMD) | einige Stunden | wenig Daten zur Schwangerschaft |
| andere ätherische Öle | meist unter einer Stunde | kaum Schutz, können die Haut reizen |
Icaridin für den Alltag
Für Abende im Garten, auf dem Balkon oder beim Spaziergang in Deutschland ist ein Mittel mit Icaridin die erste Wahl. Es schützt mehrere Stunden, riecht kaum, fettet nicht und greift keine Kunststoffe an.
DEET für Tropenreisen
DEET ist der am längsten erprobte Wirkstoff und schützt am längsten. In Gebieten mit Malaria, Dengue oder Zika ist ein zuverlässiger Schutz wichtiger als ein möglichst milder Wirkstoff. Mittel mit 30 bis 50 % DEET wie Anti Brumm Forte oder Nobite Haut sind dort der Standard. DEET kann Haut und Schleimhäute reizen, deshalb nicht großflächig und nicht auf gereizte Haut auftragen.
Pflanzliche Mittel
Citronella, Lavendel und andere ätherische Öle halten Mücken nur kurz ab und können die Haut reizen. Zu Zitroneneukalyptusöl gibt es wenige Daten für die Schwangerschaft. Wer sicher geschützt sein möchte, ist mit Icaridin oder DEET besser beraten.
So wenden Sie Mückenspray richtig an
- nur auf unbedeckte Haut auftragen, nicht unter der Kleidung
- so viel wie nötig, so wenig wie möglich, dünn und gleichmäßig verteilen
- Gesicht aussparen oder das Mittel erst in die Hände geben und vorsichtig auftragen, Augen und Mund meiden
- nicht auf gereizte oder verletzte Haut
- abends mit Wasser und Seife abwaschen
- zuerst Sonnencreme, nach etwa 20 Minuten das Mückenschutzmittel
Schutz ohne Wirkstoff
- Fliegengitter am Schlafzimmerfenster halten Mücken dauerhaft draußen.
- Moskitonetz über dem Bett, besonders auf Reisen.
- Lange, weite Kleidung in hellen Farben, vor allem in der Dämmerung.
- Ventilator auf Terrasse oder im Schlafzimmer.
- Brutstätten wie Regentonnen und Untersetzer leeren oder abdecken.
Schwangere werden möglicherweise etwas häufiger gestochen, weil sie mehr Atemluft abgeben und ihre Haut etwas wärmer ist.
Reisen in Risikogebiete
Malaria verläuft in der Schwangerschaft oft schwerer und gefährdet das Kind. Eine Zika-Infektion kann beim Ungeborenen schwere Fehlbildungen verursachen. Fachgesellschaften raten Schwangeren deshalb, Reisen in solche Gebiete wenn möglich zu verschieben. Ist die Reise nicht vermeidbar, lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten, auch zum Mückenschutz im Reiseland.
Häufige Fragen zu Mückenspray in der Schwangerschaft
Darf ich in der Schwangerschaft Autan benutzen?
Viele Autan-Produkte enthalten Icaridin, das in der Schwangerschaft angewendet werden kann. Prüfen Sie den Wirkstoff auf der Packung, weil sich Rezepturen ändern können.
Ist DEET in der Schwangerschaft verboten?
Nein. Laut Embryotox kann DEET in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Für den Alltag in Deutschland ist es aber meist nicht nötig, hier reicht Icaridin.
Darf ich in der Stillzeit Mückenspray verwenden?
Ja, DEET und Icaridin sind auch in der Stillzeit möglich. Tragen Sie das Mittel nicht im Brustbereich auf und waschen Sie die Hände, bevor Sie das Baby anlegen.
Was hilft gegen juckende Stiche in der Schwangerschaft?
Kühlen, Hausmittel wie Quark und elektrische Stichheiler, die ganz ohne Wirkstoff auskommen. Fragen Sie vor der Anwendung von Salben mit Antihistaminika oder Kortison in der Apotheke nach.
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