
Ein Bremsenstich tut sofort weh, blutet oft ein wenig und schwillt stärker an als ein Mückenstich. Bremsen sind im Sommer vor allem an warmen, schwülen Tagen an Gewässern, Weiden und Waldrändern unterwegs. Dieser Ratgeber zeigt, welche Bremsen es in Deutschland gibt, woran Sie einen Bremsenstich erkennen, was danach hilft und wie Sie sich schützen.
Welche Bremsen gibt es in Deutschland?
Bremsen (Tabanidae) sind eine Familie der Fliegen mit weltweit mehreren tausend Arten. In Deutschland leben einige Dutzend Arten, die bekanntesten sind:
- Regenbremse (Haematopota pluvialis): etwa 1 cm groß, graubraun mit marmorierten Flügeln, fliegt leise und oft vor Gewittern, die häufigste Bremse beim Menschen.
- Goldaugenbremse (Chrysops): mittelgroß, auffällige goldgrün schillernde Augen und dunkel gefleckte Flügel.
- Rinderbremse (Tabanus bovinus): bis etwa 2,5 cm groß, laut brummend, sticht vor allem Weidetiere.
Nur die Weibchen saugen Blut. Sie brauchen die Eiweiße für ihre Eier. Die Männchen ernähren sich von Nektar und Pflanzensäften. Die Larven entwickeln sich in feuchter Erde, Schlamm und an Gewässerrändern.
Bremsenstich erkennen
Bremsen haben keinen feinen Stechrüssel wie Mücken. Sie schneiden die Haut mit ihren Mundwerkzeugen auf und lecken das austretende Blut auf, dabei geben sie gerinnungshemmenden Speichel in die Wunde. Typisch sind:
- ein sofortiger, stechender Schmerz
- eine kleine Wunde, die oft kurz nachblutet
- eine größere rote Quaddel, die stark juckt
- eine Schwellung, die meist einige Tage anhält
Die Regenbremse fliegt so leise, dass man sie oft erst beim Stich bemerkt. Von anderen Insektenstichen unterscheidet sich der Bremsenstich durch die kleine, oft blutende Wunde.
Was tun nach einem Bremsenstich?
- Reinigen: Die kleine Wunde mit Wasser und Seife säubern, bei Bedarf mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln.
- Kühlen: Ein feuchtes, kühles Tuch oder ein eingewickeltes Kühlpad für 10 bis 15 Minuten lindert Schmerz und Schwellung.
- Nicht kratzen: Die offene Stelle entzündet sich sonst leicht.
- Juckreiz lindern: Ein Antihistaminika-Gel aus der Apotheke hilft, bei vielen Stichen auch Tabletten.
- Wärme: Ein elektrischer Stichheiler kann direkt nach dem Stich den Juckreiz mindern. Bei Bremsenstichen ist die Wirkung weniger gut untersucht als bei Mückenstichen. Einen heißen Löffel sollten Sie nicht verwenden.
Die Stelle braucht meist einige Tage bis zu zwei Wochen, bis sie abgeheilt ist, länger als ein Mückenstich.
Hausmittel
Kühlende Hausmittel wie ein Quarkumschlag oder eine aufgeschnittene Zwiebel können kurz lindern. Speichel, Essig oder Salz gehören nicht auf die offene Wunde, sie bringen Keime hinein oder reizen die Haut.
Wann zum Arzt?
- die Rötung breitet sich nach ein bis zwei Tagen weiter aus, die Stelle wird heiß oder eitert
- rote Streifen, Fieber oder Schüttelfrost treten auf, mögliche Zeichen einer Infektion wie einer Wundrose
- sehr starke Schwellung, etwa über ein ganzes Gelenk
Bei Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder einer Schwellung im Gesicht oder Hals wählen Sie sofort den Notruf 112. Allergische Reaktionen auf Bremsen sind aber sehr selten.
Sind Bremsen gefährlich?
In Deutschland übertragen Bremsen nach heutigem Wissen keine Krankheiten auf Menschen. Das Hauptrisiko ist eine Infektion der kleinen Wunde durch Kratzen. In tropischen Regionen Afrikas übertragen bestimmte Bremsen den Wurm Loa loa. Für Weidetiere können Bremsen dagegen eine große Plage sein.
Wie schützt man sich vor Bremsen?
- Helle Kleidung: Bremsen fliegen bevorzugt auf dunkle Flächen. Helle, lange und nicht zu dünne Kleidung schützt deutlich besser.
- Repellent: Mittel mit DEET oder Icaridin wirken auch gegen Bremsen, allerdings kürzer als gegen Mücken. Erneuern Sie das Mittel öfter, besonders beim Schwitzen.
- Zeit und Ort: An heißen, windstillen und schwülen Tagen, vor Gewittern und in der Nähe von Gewässern und Weiden sind Bremsen besonders aktiv.
- Nach dem Baden abtrocknen: Feuchte Haut und Bewegung im Wasser locken Bremsen an.
- Ventilator auf Terrasse und Balkon.
- Bremsenfallen kommen vor allem auf Pferdeweiden zum Einsatz und fangen dort viele Bremsen, für den eigenen Sitzplatz im Garten ist ihr Nutzen begrenzt.
Bremse und Mücke im Vergleich
| Merkmal | Bremse | Mücke |
|---|---|---|
| Aktiv | tagsüber, besonders an heißen, schwülen Tagen | vor allem Dämmerung und Nacht |
| Stich | schneidet die Haut auf, sofort schmerzhaft | feiner Stich, kaum spürbar |
| Schwellung | größer, oft mehrere Tage | kleine Quaddel, ein bis drei Tage |
| Repellents | wirken, aber kürzer | wirken gut |
| Krankheiten in Deutschland | keine bekannt | vereinzelt West-Nil-Virus |
Ähnlich schmerzhaft stechen andere beißende Fliegen wie Kriebelmücken und Stechfliegen.
Häufige Fragen zu Bremsen
Warum stechen Bremsen vor Gewittern besonders oft?
Warmes, schwüles Wetter mit wenig Wind ist ideal für Bremsen. Genau diese Bedingungen herrschen oft vor Gewittern, deshalb heißt die häufigste Art auch Regenbremse.
Wie lange dauert es, bis ein Bremsenstich abheilt?
Die Schwellung geht meist nach wenigen Tagen zurück, die kleine Wunde braucht bis zu zwei Wochen. Entzündet sich der Stich, dauert es länger, dann gehört er ärztlich angesehen.
Stechen Bremsen durch Kleidung?
Durch dünne, eng anliegende Stoffe ja. Dickere, locker sitzende Kleidung schützt gut.
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