Beißende Fliegen – Infos zu Arten, Stichen und Schutzmöglichkeiten

Mücke sticht in die Haut – Makroaufnahme

Sie haben sich sicherlich schon mal gefragt, ob Fliegen beißen können, oder? Denn nicht wenigen von uns ist es bereits passiert, dass ein Stich gespürt wurde, aber weit und breit keine Mücke, Wespe oder ein anderes stechendes Insekt zu finden war. Lediglich eine Fliege war in der näheren Umgebung. Doch beißen Fliegen wirklich?

Können Fliegen beißen?

Die Frage „Können Fliegen beißen?“ oder „Können Fliegen stechen?“ bringt eine Reihe von Spekulationen mit sich. Denn viele Menschen sagen, dass es Unsinn wäre und andere wiederum würden ihre Hand dafür ins Feuer legen, um die Spekulation um stechende Fliegen zu bestätigen. Und jetzt kommt das Absurde: Beide Parteien haben recht.

Insektenbiss vs Insektenstich – wo liegt der Unterschied?

Geht es um beißende Fliegen, gebrauchen viele Menschen die Worte „beißen“ und „stechen“ synonym. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen “echten” Insektenstichen und Insektenbissen. Ein klassischer Insektenstich stammt meist von sogenannten Taillen- oder Faltenwespen, zu denen neben Wespen auch Bienen und Hornissen gehören. Gemeinsam ist den Fluginsekten, dass sie einen sogenannten Wehrstachel an der Hinterseite ihres Körpers besitzen. Wann immer sich die Hautflügler bedroht fühlen, zücken sie ihr scharfes Verteidigungswerkzeug und stechen zu.

Nun werden aber auch Wunden, die durch beißende Fliegen verursacht werden, häufig als Mückenstich bezeichnet. Grund dafür sind die meist stachelartig ausgeprägten Mundwerkzeuge der Fliegen. Durch sie erzeugen die Fliegen eine stichartige Hautöffnung, in die dann der Saugrüssel der Insekten eindringt, um sich vom Blut der Opfer zu ernähren. Allerdings besitzen die Mundwerkzeuge vieler Fliegen einen hochdifferenzierten Aufbau. In der Regel formen hier Stechborsten neben dem Labrum (Oberlippe), Labium (Unterlippe) und dem Hypopharynx (Schlundrohr) auch die sogenannten Mandibeln der Fluginsekten. Dabei handelt es sich um die paarigen Ober- und Unterkiefer der Tiere, die tatsächlich eine gewisse Bissfunktion erfüllen.

Durch ein komplexes Zusammenspiel dieser Mundwerkzeuge werden in zwei Kanäle in die Haut des Wirtes eingelassen. Durch einen Kanal injizieren die beißenden Fliegen anschließend ihren sedierenden Speichel, der das Hautgewebe betäubt während sie durch den zweiten Kanal das Blut mit ihrem Saugrüssel aufnehmen. Typische beißende Fliegen, die sich durch einen solchen Mückenstich ernähren sind

  • Bremsen
  • New Zealand Blackfly
  • Sandmücken
  • Stechmücken (Moskito)
  • Tigermücke
  • Wadenbeißer
  • West Coast Blackfly

Die relativ weitverbreitete Stubenfliege kann nicht stechen oder beißen, da sie dafür gar nicht die nötigen Werkzeuge besitzt. Doch in der warmen Jahreszeit zwischen Juni und Oktober kommt noch eine andere Fliegenart, die der Stubenfliege zum Verwechseln ähnlich sehen, zum Vorschein: die gemeinen Stechfliegen, die auch unter dem Namen Wadenstecher bekannt sind. Diese halten sich vorrangig in geschlossenen Räumen in der Nähe von Rindern und Pferden auf. Doch hin und wieder verehren die Fliegen, die stechen, auch in die Nähe von Menschen. Wenn diese Fliegen stechen, setzen sie ihren kräftigen Stechrüssel ein, der auch bei genauerem Hinsehen erkennbar ist.

Stich von Fliege – was tun?

Somit hat sich die Frage „Können Fliegen beißen?“ geklärt. Doch was ist zu tun, wenn es wirklich zum Stich der gemeinen Stechfliege kommt? Der Stich bzw. Biss ist recht schmerzhaft und in der Regel tritt etwas Blut an der betroffenen Stelle aus. Da die Stechfliege Viren und Bakterien übertragen kann, kann es zu Juckreiz, Entzündungen und allergischen Reaktionen kommen, ähnlich wie bei einem Bremsenstich.

Um den Symptomen entgegenzuwirken, sind Mückenstich-Stift, kühlende Gels oder andere Mittel, die auch für Mückenstiche verwendet werden, zu empfehlen. Zu empfehlen ist außerdem, genau wie bei Mückenstichen, ein Stichheiler.

Sollte es zu einer Entzündung kommen oder die Schwellung nicht zurückgehen, sollten Sie sich in die Hände eines Arztes begeben.

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Sind Fliegenbisse gefährlich?

Fluginsekten wie Wespen oder Hornissen sondern über ihren Wehrstachel oft ein reizendes Abwehrgift ab. Die Toxine können von Rötungen und Schwellungen rund um die Einstichstelle bis hin zu allergischen Reaktionen führen, die manchmal sogar tödlich enden. Und auch Insektenbisse haben ihre Tücken.

Es gibt zahlreiche Krankheitserreger, die durch beißende Fliegen übertragen werden. Das gilt nicht nur für tropische Mücken wie Moskitos oder Tigermücken, die als Krankheitsüberträger von Gelbfieber, Malaria und Denguefieber sehr gefürchtet sind.

Auch heimische Fliegen wie die Bremse oder der Wadenbeißer kommen als Überträger von Krankheitserregern wie dem EIA-Virus, Milzbrand oder Borreliose in Frage. Mit dem betäubenden Speichel gelangen bei einem Mückenstich nämlich oft auch Keime in die Haut. Denn beißende Fliegen steuern auf der Suche nach ihrer nächsten Blutmahlzeit nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, deren Exkremente und verseuchte Wasserstellen an. Dadurch nehmen sie diverse gesundheitsschädliche Keime auf.

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Beißende Fliegen: Arten, Stiche und Schutz

Welche Fliegen beißen in Deutschland?

Nicht alle Fliegen sind harmlos – einige Arten ernähren sich von Blut und hinterlassen schmerzhafte Stiche. Die häufigsten beißenden Fliegen in Deutschland:

  • Bremsen (Tabanidae): Bis zu 2,5 cm groß, tagaktiv, bevorzugt an Gewässern und Waldrändern. Schmerzhafter, sofort blutender Stich durch schneidende Mundwerkzeuge.
  • Kriebelmücke (Simuliidae): Nur 2–4 mm groß, aber hartnäckig. Stechen ebenfalls durch Aufschneiden der Haut; verursachen starke lokale Schwellungen. Aktiv von April bis Juli, besonders an Flussufern.
  • Stofffliegen / Sandflies (Phlebotomus): In Deutschland selten, aber in Südeuropa häufig. Übertragen können sie Leishmaniose – relevant für Reisende mit Hunden.
  • Stechfliegen (Stomoxys calcitrans): Ähneln der Stubenfliege, sind aber Blutsauger. Stechen bevorzugt an Waden und Knöcheln; in der Nähe von Nutztierställen häufig.

Bremse vs. Stechmücke vs. Kriebelmücke: Der direkte Vergleich

MerkmalBremseKriebelmückeStechmücke
Größe10–25 mm2–4 mm5–10 mm
AktivzeitTag (10–17 Uhr)Tag (früh/nachmittag)Dämmerung und Nacht
StechverhaltenSchneidet Haut aufSchneidet Haut aufSticht durch Haut
SchmerzSofort, starkSofort, brennendVerzögert oder kaum
ReaktionGroße Schwellung, 1–3 TageStarke Schwellung, PetechienQuaddel, Juckreiz
Repellent-WirkungBedingt (DEET 30%+)Bedingt (DEET 20%+)Sehr gut

Warum beißen manche Fliegen?

Bei allen beißenden Fliegen sind es ausschließlich die Weibchen, die Blut saugen – sie brauchen die Proteine aus dem Blut für die Eiproduktion. Männchen ernähren sich von Pflanzensaft und Nektar. Die Weibchen orientieren sich dabei auf CO₂, Körperwärme, Bewegung und Gerüche – ähnlich wie Stechmücken, aber mit teils anderen Präferenzen.

Schutz gegen beißende Fliegen: Was wirkt?

  • DEET (30 %): Wirksamster chemischer Schutz, auch gegen Bremsen und Kriebelmücken. Häufiger nachauftragen als gegen Stechmücken.
  • Permethrin-imprägnierte Kleidung: Tötet Insekten beim Kontakt – besonders wirksam bei tagaktiven Arten wie Bremsen und Kriebelmücken.
  • Helle, eng gewebte Kleidung: Bremsen bevorzugen dunkle Farben. Lange Ärmel und Hosen bieten mechanischen Schutz.
  • Expositionszeiten meiden: Mittagsstunden an Gewässern und Waldrändern bei warmem, windstillem Wetter sind Hochrisikozeiten.
  • Ventilator: Alle beißenden Fliegen meiden starken Luftzug.

Was tun nach dem Stich einer beißenden Fliege?

Sofortmaßnahmen nach dem Stich:

  1. Stelle kühlen – Kühlpack oder feuchtes Tuch reduziert Schwellung und Schmerz sofort
  2. Nicht kratzen – erhöht Infektionsrisiko und verstärkt Histaminreaktion
  3. Antihistaminika-Gel auftragen – lindert Juckreiz und Schwellung
  4. Bei starker Reaktion: Antihistaminika-Tablette (Cetirizin, Loratadin)
  5. Wunde sauber halten – beißende Fliegen hinterlassen offene Wunden, die sich infizieren können

Zum Arzt bei: anhaltender oder wachsender Schwellung nach 48 Stunden, Rötung die sich ausbreitet (mögliche Wundrose), Fieber, Schüttelfrost oder ausgeprägter allergischer Reaktion.

FAQ: Beißende Fliegen

Sind beißende Fliegen in Deutschland gefährlich?
In Deutschland übertragen weder Bremsen noch Kriebelmücken bekannte Krankheiten auf Menschen. Das Hauptrisiko ist mechanische Verletzung und Wundinfektion. In tropischen Regionen können verschiedene Fliegenarten schwere Krankheiten übertragen.
Warum hilft normales Mückenspray nicht gegen Bremsen?
Bremsen und Kriebelmücken reagieren weniger stark auf olfaktorische Signale (Gerüche) als Stechmücken. Standard-Repellents mit niedrigem DEET-Gehalt sind weniger wirksam – höhere Konzentrationen (20–30 %) sind nötig.
Gibt es Fliegen, die wirklich wie Mücken stechen?
Stechfliegen (Stomoxys calcitrans) sind Stechmücken im Verhalten ähnlich – sie stechen schmerzhaft und saugen Blut. Sie sind besonders in der Nähe von Viehställen aktiv und können auch Menschen stechen.

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