
Mücken gehören zu den am weitesten verbreiteten Insekten und sind in Deutschland vor allem von Mai bis September unterwegs. Sie stören mit ihren Stichen und können in manchen Regionen Krankheiten übertragen. Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt selten, mit den richtigen Maßnahmen werden die Stiche aber deutlich weniger. Dieser Überblick zeigt, was gegen Mücken wirklich hilft, was nur ein bisschen hilft und wie Sie die Mittel sinnvoll kombinieren.
Warum Mücken manche Menschen häufiger stechen
Mücken finden uns über ausgeatmetes Kohlendioxid, Körperwärme und Gerüche. Bestandteile des Schweißes wie Milchsäure und Ammoniak ziehen sie an, dazu kommen stark duftende Parfums und Pflegeprodukte. Deshalb werden manche Menschen deutlich öfter gestochen als andere, die neben ihnen sitzen.
Für ihre Eier brauchen Mücken stehendes Wasser. In Regentonnen, Vogeltränken, Untersetzern oder Pfützen entwickeln sich die Larven in etwa ein bis zwei Wochen zu neuen Mücken. Am aktivsten sind die meisten heimischen Arten in der Dämmerung und nachts, die Asiatische Tigermücke sticht dagegen auch tagsüber.
Mechanischer Schutz
Mechanische Maßnahmen halten Mücken von Haut und Wohnung fern, ganz ohne Wirkstoff. Sie eignen sich deshalb auch für Kinder, Schwangere und Menschen mit empfindlicher Haut.
Fliegengitter und Moskitonetze
Ein Gitter an Fenstern und Türen ist der wichtigste Schutz für die Wohnung, weil Mücken dann gar nicht erst hineinkommen. Im Schlafzimmer kann das Fenster so auch nachts offen bleiben. Ein Moskitonetz über dem Bett oder dem Kinderwagen schützt den Schlafplatz, vor allem auf Reisen und in Unterkünften ohne Gitter. Wichtig ist, dass Gitter und Netz rundum dicht abschließen.
Lange, helle Kleidung
Lange Ärmel und Hosen verringern die Fläche, an der Mücken stechen können. Dicht gewebte Stoffe sind besser als dünne, weil Mücken durch feinen, eng anliegenden Stoff stechen können. Locker sitzende Kleidung hält den Rüssel auf Abstand. Helle Farben ziehen Mücken weniger an als dunkle und zeigen gelandete Mücken schneller. Ein Tuch oder Hut schützt Nacken und Ohren.
Ventilator
Mücken sind schwache Flieger. Schon ein Tischventilator auf der Terrasse oder neben dem Bett erschwert ihnen das Landen und verwirbelt das ausgeatmete CO₂, mit dem sie uns finden. Das ist eine einfache Ergänzung, die ohne Wirkstoff auskommt.
Kühle Räume
Bei niedrigen Temperaturen sind Mücken träger und stechen seltener. In klimatisierten Räumen gibt es deshalb weniger Stiche. Ohne Klimaanlage hilft es, früh morgens und spät abends zu lüften, am besten mit Gitter vor dem Fenster.
Repellents auf der Haut
Repellents stören den Geruchssinn der Mücken, sodass sie uns nicht mehr als Blutquelle erkennen. Sie wirken nur dort, wo sie aufgetragen sind, und nur so lange, bis sie verdunstet oder abgewaschen sind. Wie lange ein Mückenspray schützt und für wen es geeignet ist, hängt vom Wirkstoff ab.
DEET
DEET ist einer der am besten untersuchten Wirkstoffe gegen Mücken und schützt auch in tropischen Regionen. Mittel mit 30 bis 50 % wirken bis zu etwa acht Stunden. DEET kann Haut und Schleimhäute reizen und greift Kunststoffe an. Für Kinder unter zwei Jahren ist es nicht geeignet, Schwangere verwenden es nur nach ärztlicher Rücksprache.
Icaridin
Icaridin, auch Picaridin genannt, schützt ähnlich zuverlässig wie DEET, ist aber besser verträglich, fettet nicht und riecht kaum. Mittel mit 20 % wirken mehrere Stunden. Icaridin greift keine Kunststoffe an und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet, wenn der Hersteller das Produkt dafür freigibt. Für den Alltag in Deutschland ist es oft die beste Wahl.
Ätherische Öle
Citronella, Eukalyptus, Lavendel oder Teebaumöl halten Mücken für kurze Zeit ab, meist deutlich unter zwei Stunden. Bei Hitze und Bewegung verfliegt der Duft noch schneller. Auf der Haut können die Öle Reizungen und Allergien auslösen, unverdünnt gehören sie deshalb nicht auf die Haut. Für einen Abend im Garten reicht das manchmal, für Reisen in Risikogebiete nicht.
Schutz für Räume und Terrasse
Ein Mückenstecker gibt über Wärme einen Wirkstoff in die Raumluft ab und schützt einen geschlossenen Raum, etwa das Schlafzimmer ohne Gitter. Achten Sie auf gute Belüftung und lassen Sie ihn nicht in Räumen laufen, in denen Babys schlafen. Kerzen und Räucherspiralen mit Citronella verbreiten auf der Terrasse einen Duft, der Mücken im nahen Umkreis etwas abhält, bei Wind aber kaum wirkt. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten Rauch und Verdampfer meiden.
Ultraschallgeräte und Mückenarmbänder helfen nach heutigem Wissen kaum oder gar nicht, weil sie keinen Wirkstoff auf die Haut bringen, der die Mückenabwehr übernimmt.
Hausmittel: was sie leisten können
Duftende Pflanzen
Lavendel, Zitronenmelisse, Basilikum, Katzenminze und Rosmarin duften für uns angenehm und werden oft als Mittel gegen Mücken empfohlen. Als Topfpflanze auf dem Balkon geben sie allerdings nur wenig Duft ab, einen verlässlichen Schutz bieten sie nicht. Schön sind sie trotzdem, und in der Küche lassen sie sich auch verwenden.
Rauch und Gerüche aus dem Haushalt
Rauch von glimmendem Kaffeesatz oder Salbei hält Mücken für kurze Zeit in unmittelbarer Nähe ab. Auch Zitronenscheiben mit Nelken oder aufgeschnittene Zwiebeln werden oft genannt, ihr Effekt ist gering. Solche Mittel können eine Ergänzung sein, ersetzen aber weder Gitter noch Repellent.
Essigfalle
Eine Schale mit Apfelessig, etwas Zucker und einem Tropfen Spülmittel fängt zuverlässig Fruchtfliegen. Gegen Stechmücken hilft sie praktisch nicht, weil Stechmücken nicht von Essig angelockt werden. Bei ihnen wirkt eher eine CO₂-Falle im Garten.
Brutstätten vermeiden
Am meisten erreichen Sie im eigenen Garten, wenn Mücken gar nicht erst schlüpfen. Leeren Sie Untersetzer, Eimer und Planschbecken regelmäßig, decken Sie Regentonnen ab, wechseln Sie das Wasser in Vogeltränken mindestens einmal pro Woche und halten Sie Dachrinnen frei. Im Gartenteich fressen Fische die Mückenlarven, in Teichen ohne Fische hilft das biologische Larvenmittel Bti.
Verhaltenstipps gegen Mückenstiche
- Nach dem Sport oder an heißen Tagen duschen, um frischen Schweiß zu entfernen.
- Abends auf stark duftende Parfums und Pflegeprodukte verzichten.
- Alkohol im Freien meiden, Studien zufolge macht er für Mücken attraktiver.
- In der Dämmerung lange, helle und locker sitzende Kleidung tragen.
- Repellent auf alle freien Hautstellen auftragen, wenn Sie abends lange draußen sitzen.
- Einen Ventilator auf der Terrasse oder am Bett laufen lassen.
- Beim Camping und auf Reisen den Schlafplatz mit einem Moskitonetz sichern.
Fazit: Was hilft gegen Mücken?
Am besten wirkt die Kombination. Gitter an Fenstern und Türen halten die Wohnung frei, ein Repellent mit Icaridin oder DEET schützt draußen die Haut, lange Kleidung und ein Ventilator kommen hinzu. Wer im Garten Brutstätten beseitigt, hat im Sommer spürbar weniger Mücken. Pflanzen, Rauch und Duftöle sind eine nette Ergänzung, auf die allein sollten Sie sich nicht verlassen.
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