Malaria-Mücken sind Stechmücken der Gattung Anopheles. Sie übertragen den Malaria-Erreger, einen Parasiten der Gattung Plasmodium, und stechen vor allem zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen. Auch in Deutschland leben Anopheles-Mücken, sie übertragen hier aber keine Malaria. Das Risiko besteht auf Reisen in die Tropen und Subtropen. Schutz bieten ein Repellent, ein imprägniertes Moskitonetz und in Gebieten mit hohem Risiko eine medikamentöse Vorbeugung nach reisemedizinischer Beratung.

Wie verbreitet ist Malaria?
Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation gab es 2024 weltweit rund 282 Millionen Malariafälle und etwa 610.000 Todesfälle in 80 Ländern (Stand: Dezember 2025). 95 Prozent der Fälle und Todesfälle entfallen auf Afrika, drei von vier Todesopfern dort sind Kinder unter fünf Jahren.
In Deutschland ist Malaria nicht heimisch. Laut Robert Koch-Institut werden jedes Jahr mehrere hundert eingeschleppte Fälle gemeldet, in manchen Jahren über 1.000. Rund 80 Prozent davon sind Malaria tropica, die meisten Erkrankten haben sich in Afrika angesteckt, vor allem in Westafrika und Kenia.
Malaria-Erreger und ihre Verläufe
Fünf Plasmodium-Arten lösen beim Menschen Malaria aus. Welcher Erreger es ist, entscheidet über Verlauf und Gefahr:
- Malaria tropica (Plasmodium falciparum): die gefährlichste Form. Sie kann schnell zu Organversagen, Bewusstseinsstörungen und Tod führen und macht den größten Teil der Fälle bei Reisenden aus.
- Malaria tertiana (Plasmodium vivax und Plasmodium ovale): Fieberschübe etwa alle 48 Stunden. Meist weniger gefährlich, doch ruhende Stadien in der Leber können Monate bis Jahre später zu Rückfällen führen.
- Malaria quartana (Plasmodium malariae): Fieberschübe etwa alle 72 Stunden, oft mildere Beschwerden, dafür manchmal ein langwieriger Verlauf.
- Plasmodium knowlesi: ursprünglich ein Erreger von Affen in Südostasien, der inzwischen auch Menschen infiziert und schwer verlaufen kann.
Inkubationszeit und Symptome
Zwischen dem Stich und den ersten Beschwerden liegen bei Malaria tropica meist ein bis zwei Wochen, bei anderen Erregern auch mehrere Wochen. Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal Übelkeit oder Durchfall. Das typische Fieber im festen Rhythmus fehlt gerade bei Malaria tropica häufig. Schwere Verläufe zeigen sich durch Verwirrtheit, Krampfanfälle, Atemnot und Blutarmut.
Eine Malaria lässt sich im Labor sicher nachweisen, indem die Parasiten im Blut gesucht werden. Je früher die Diagnose, desto besser lässt sie sich behandeln.
Wo besteht Malaria-Risiko?
Am höchsten ist das Risiko in Afrika südlich der Sahara. Dazu kommen Teile Südasiens und Südostasiens, der Amazonasraum in Südamerika sowie Papua-Neuguinea und weitere Inseln Ozeaniens. Innerhalb eines Landes unterscheidet sich das Risiko oft stark, ländliche Gebiete sind meist stärker betroffen als Städte. Reisemedizinische Fachgesellschaften teilen die Länder deshalb in Zonen ein und empfehlen je nach Zone eine Prophylaxe, eine Notfall-Selbstbehandlung oder nur Mückenschutz.
Die aktuelle Einstufung Ihres Reiseziels finden Sie in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts und bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin. Lassen Sie sich spätestens vier bis sechs Wochen vor der Reise reisemedizinisch beraten, auch zum Mückenschutz im Ausland.
Flughafen-Malaria und Gepäck-Malaria
Sehr selten stecken sich Menschen außerhalb von Malariagebieten an. Infizierte Anopheles-Mücken können im Flugzeug oder im Reisegepäck mitreisen und in der Nähe von Flughäfen stechen. In Europa sind solche Fälle Einzelfälle. Wer nie in einem Malariagebiet war und trotzdem unklares Fieber bekommt, sollte den Arzt darauf hinweisen, wenn er in Flughafennähe wohnt oder arbeitet.
Malariaprophylaxe: Medikamente und Mückenschutz
In Gebieten mit hohem Risiko reicht Mückenschutz allein nicht aus. Dort empfehlen Reisemediziner zusätzlich ein Medikament zur Vorbeugung. Gängig sind:
- Atovaquon und Proguanil: Einnahme ab ein bis zwei Tagen vor der Reise bis sieben Tage danach, meist gut verträglich und für kürzere Reisen geeignet.
- Doxycyclin: tägliche Einnahme bis vier Wochen nach der Rückkehr, macht die Haut lichtempfindlicher, nicht für Schwangere und Kinder unter acht Jahren.
- Mefloquin: wird wegen möglicher psychischer Nebenwirkungen heute nur noch selten eingesetzt.
Alle Mittel sind verschreibungspflichtig. Welches passt, hängt von Reiseziel, Dauer, Alter und Vorerkrankungen ab und gehört in die reisemedizinische Beratung. Keine Prophylaxe schützt vollständig, der Mückenschutz bleibt deshalb immer Pflicht.
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Der richtige Mückenschutz gegen Malaria-Mücken
Anopheles-Mücken stechen überwiegend nachts. Damit unterscheiden sie sich von der tagaktiven Asiatischen Tigermücke. Für Nächte in Risikogebieten gilt:
- Imprägniertes Moskitonetz über dem Bett: mit Insektizid behandelt und ohne Löcher. Das ist der wichtigste Schutz in der Nacht.
- Repellent am Abend: DEET mit 30 bis 50 Prozent oder Icaridin mit 20 Prozent auf alle freien Hautstellen, bevor die Sonne untergeht.
- Lange, helle Kleidung ab der Dämmerung, idealerweise mit Permethrin imprägniert.
- Klimaanlage oder Ventilator: In kühlen Räumen mit Luftbewegung stechen Mücken deutlich seltener.
Häufige Fragen zu Malaria-Mücken
Gibt es Malaria-Mücken in Deutschland?
Ja, Anopheles-Mücken kommen auch in Deutschland vor. Sie übertragen hier aber keine Malaria, weil der Erreger in der Bevölkerung nicht zirkuliert. In Südeuropa, etwa in Griechenland, gab es in den vergangenen Jahren vereinzelt örtliche Übertragungen, das Risiko für Urlauber ist dort sehr gering.
Wie lange nach der Rückkehr kann Malaria noch auftreten?
Malaria tropica bricht meist innerhalb weniger Wochen nach der Rückkehr aus. Malaria tertiana kann durch ruhende Leberstadien noch Monate bis Jahre später auftreten. Bei jedem Fieber nach einer Tropenreise sollte deshalb an Malaria gedacht werden.
Schützt ein normales Mückenspray auch vor Malaria-Mücken?
Ja, DEET mit 30 bis 50 Prozent und Icaridin mit 20 Prozent wirken auch gegen Anopheles-Mücken. In Gebieten mit hohem Risiko gehören ein imprägniertes Moskitonetz und, nach Beratung, eine medikamentöse Vorbeugung dazu.
Welche Krankheiten übertragen Mücken außer Malaria?
Je nach Region unter anderem Dengue-Fieber, Chikungunya, Zika, Gelbfieber und das West-Nil-Virus.
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