Mücken im Ausland: Risiken, Schutz und wichtige Reisetipps

Mücke in Makro-Nahaufnahme

Mücken gibt es fast überall, wo Deutsche Urlaub machen. Ob sie nur lästig sind oder Krankheiten übertragen können, hängt stark vom Reiseziel ab. Dieser Ratgeber zeigt für beliebte Urlaubsländer, mit welchen Mückenarten Sie rechnen müssen, welche Krankheiten dort eine Rolle spielen und welcher Schutz sinnvoll ist. Die Lage kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Aktuelle Hinweise zu Ihrem Reiseziel finden Sie bei den reisemedizinischen Hinweisen des Auswärtigen Amts und in einer reisemedizinischen Beratung.

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Mücken in Europa

In Europa sind Mücken meist nur lästig. In Südeuropa breitet sich aber seit Jahren die Asiatische Tigermücke aus, die tagsüber sticht und Viren wie Dengue und Chikungunya übertragen kann. In Italien, Frankreich und Spanien gab es in den letzten Sommern immer wieder einzelne Dengue- und Chikungunya-Fälle, die sich Menschen vor Ort geholt haben. Für Urlauber bleibt das Risiko gering, ein guter Mückenschutz am Abend und in Tigermücken-Gebieten auch tagsüber ist trotzdem sinnvoll.

Italien und Gardasee

In ganz Italien ist die Tigermücke verbreitet, auch rund um den Gardasee und in den Städten des Nordens. Sie sticht vor allem tagsüber und am frühen Abend. In Norditalien, besonders in der Po-Ebene, tritt im Spätsommer außerdem regelmäßig das West-Nil-Fieber auf. Tragen Sie Repellent auf, wenn Sie tagsüber im Schatten oder in Gärten sitzen, und schlafen Sie bei offenem Fenster nur mit Gitter oder Netz.

Griechenland

Im Norden Griechenlands gibt es im Sommer immer wieder Fälle von West-Nil-Fieber. Vereinzelt kam es auch zu vor Ort übertragenen Malaria-Fällen, vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten. Eine Malaria-Prophylaxe ist für Urlauber in Griechenland nicht nötig, abends ist Mückenschutz aber sinnvoll. Auf Kreta und den anderen Inseln halten Wind und Meeresbrise die Mücken oft fern, an windstillen Abenden brauchen Sie trotzdem Schutz.

Kroatien

In Kroatien sind Mücken an der Küste im Sommer vor allem lästig. In Küstengebieten leben außerdem Sandmücken, die die Leishmaniose übertragen können. Sie betrifft vor allem Hunde, Menschen erkranken sehr selten. Wer mit Hund reist, sollte vorher mit dem Tierarzt über Schutzhalsbänder oder Spot-on-Mittel sprechen.

Spanien und Kanaren

An der spanischen Mittelmeerküste ist die Tigermücke inzwischen weit verbreitet. Auf den Kanaren gibt es dagegen vergleichsweise wenige Mücken. Auf Fuerteventura und Lanzarote sorgt der fast ständige Wind dafür, dass Mücken kaum eine Rolle spielen.

Türkei

An der türkischen Riviera ist das Mückenaufkommen im Sommer ähnlich wie bei uns, in Hotels mit Gittern und Klimaanlage meist unproblematisch. Malaria spielt in der Türkei heute praktisch keine Rolle mehr. Abends an Flussmündungen und in Gärten ist Repellent trotzdem angenehm.

Skandinavien

In Schweden, Norwegen und Finnland gibt es im Hochsommer teils riesige Mückenschwärme, vor allem im Landesinneren, an Seen, Mooren und Flüssen. Gefährliche Krankheiten übertragen die Mücken dort nicht. In Schweden werden besonders betroffene Flussgebiete wie der Unterlauf des Dalälven sogar mit dem biologischen Larvenmittel Bti aus dem Hubschrauber behandelt. In Norwegen sind Küste und Fjorde wegen des Windes meist angenehmer als feuchte, windstille Hochebenen wie die Hardangervidda. Für Wanderungen und Camping helfen ein Kopfnetz, lange Kleidung und ein Repellent mit Icaridin oder DEET.

Schottland

In Schottland plagen vor allem die „Midges“ die Urlauber. Das sind winzige Gnitzen, keine Stechmücken. Sie treten von etwa Mai bis September in Schwärmen auf, besonders bei feuchtem, windstillem Wetter in der Dämmerung. Gefährlich sind sie nicht, die Stiche jucken aber stark. Durch normale Fliegengitter schlüpfen sie hindurch. Helfen können lange Kleidung, ein feinmaschiges Kopfnetz, Repellent und windige Plätze an der Küste oder auf Anhöhen.

Mücken in der Karibik und Mittelamerika

In der Karibik gibt es das ganze Jahr über viele Mücken, in der Regenzeit besonders viele. Dengue kommt auf fast allen Inseln vor, dazu gab es in den letzten Jahren immer wieder Ausbrüche von Chikungunya und Zika. Schützen Sie sich deshalb auch tagsüber. Für Schwangere ist wegen Zika vor der Reise eine ärztliche Beratung wichtig.

Kuba

Kuba ist frei von Malaria. In der Regenzeit von etwa Mai bis Oktober kommt es aber immer wieder zu Dengue- und Chikungunya-Ausbrüchen. Achten Sie besonders in dieser Zeit tagsüber und abends auf konsequenten Mückenschutz.

Dominikanische Republik

In der Dominikanischen Republik gibt es ein geringes Malariarisiko, vor allem in ländlichen Gebieten im Westen an der Grenze zu Haiti. In Santo Domingo und in den Ferienanlagen an der Küste spielt Malaria praktisch keine Rolle, eine Prophylaxe ist für normale Urlaubsreisen meist nicht nötig. Dengue kommt im ganzen Land vor.

Mücken in Afrika

In Afrika südlich der Sahara ist das Malariarisiko weltweit am höchsten. Für viele Regionen empfehlen Reisemediziner deshalb neben dem Mückenschutz ein Medikament zur Vorbeugung. Welche Empfehlung für Ihr Reiseziel gilt, zeigen die Malaria-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin. Dazu kommen Dengue, Chikungunya und in vielen Ländern Gelbfieber. Gegen Gelbfieber gibt es eine Impfung, die manche Länder bei der Einreise verlangen.

Planen Sie vor einer Afrika-Reise rechtzeitig, am besten sechs bis acht Wochen vorher, eine reisemedizinische Beratung ein. Dort klären Sie Impfungen, Malariaprophylaxe und den passenden Mückenschutz.

Mücken in Asien

In Süd- und Südostasien ist Dengue die wichtigste Krankheit, die Mücken übertragen, mit großen Ausbrüchen vor allem in der Regenzeit. Das Malariarisiko ist in den typischen Urlaubsgebieten meist gering und konzentriert sich auf ländliche Wald- und Grenzregionen. Welche Krankheiten wo vorkommen, fasst das Robert Koch-Institut zu mückenübertragenen Erkrankungen zusammen.

Thailand

Thailand gehört zu den Ländern, aus denen deutsche Reisende am häufigsten Dengue mitbringen. In Bangkok, an den Stränden und auf den Inseln ist das Malariarisiko sehr gering, Malaria kommt vor allem in Waldgebieten an den Grenzen zu Myanmar, Kambodscha und Laos vor. Wichtig ist Mückenschutz auch tagsüber.

Bali und Indonesien

Auf Bali ist Dengue verbreitet, Malaria spielt dort praktisch keine Rolle. Auf Lombok und den Gili-Inseln besteht ein geringes Malariarisiko, in den östlichen Landesteilen wie Papua ein hohes. Für Bali reicht konsequenter Mückenschutz, für Reisen in den Osten Indonesiens sollten Sie die Malariaprophylaxe mit einem Reisemediziner besprechen.

Indien

In Indien gibt es in vielen Landesteilen regelmäßig Ausbrüche von Dengue, dazu Malaria, Chikungunya und in manchen Regionen die Japanische Enzephalitis. Das Malariarisiko unterscheidet sich stark nach Region und Jahreszeit, am höchsten ist es im Osten und Nordosten und während des Monsuns. Repellents mit DEET oder Icaridin wirken auch gegen indische Mücken. Lassen Sie Ihre Reiseroute vor der Reise reisemedizinisch beraten.

Vietnam

In Vietnam ist Dengue weit verbreitet, besonders in der Regenzeit und in den Städten. Malaria kommt vor allem in abgelegenen Wald- und Berggebieten vor, etwa im zentralen Hochland. Die Städte, das Mekong-Delta und die Küstenorte sind praktisch malariafrei, für normale Rundreisen ist eine Prophylaxe meist nicht nötig. Mückenschutz tagsüber und abends ist wichtig.

Mücken in Kanada

In Kanada gibt es im Sommer, vor allem im Norden und in den Wäldern, sehr viele Mücken und Kriebelmücken. Sie sind lästig, gefährlich aber selten. Das West-Nil-Virus kommt in Teilen Kanadas vor, das Risiko für Urlauber ist gering. Für Kanu- und Wandertouren gehören ein Kopfnetz, lange Kleidung und ein Repellent mit DEET oder Icaridin ins Gepäck.

So schützen Sie sich auf Reisen

  • Repellent: Mittel mit DEET, Icaridin oder IR3535 auf alle freien Hautstellen auftragen und nach dem Baden oder starkem Schwitzen erneuern. In den Tropen sind DEET ab 30 Prozent oder Icaridin mit 20 Prozent üblich.
  • Tagsüber und abends: Tigermücken und andere Dengue-Überträger stechen am Tag, Malaria-Mücken in der Nacht. In den Tropen brauchen Sie deshalb rund um die Uhr Schutz.
  • Kleidung: lange, helle und dicht gewebte Kleidung, in Risikogebieten imprägniert.
  • Moskitonetz: imprägniert, ohne Löcher und unter die Matratze gesteckt.
  • Unterkunft: Zimmer mit Klimaanlage oder intakten Fliegengittern bevorzugen.
  • Reisemedizinische Beratung: vor Reisen in die Tropen rechtzeitig einplanen, zu Impfungen und zur Malariaprophylaxe.

Citronella oder Kokosöl riechen angenehm, reichen in Risikogebieten aber nicht aus. Wer nach der Rückkehr Fieber bekommt, sollte ärztlich abklären lassen, ob eine Tropenkrankheit wie Malaria oder Dengue dahintersteckt, und die Reise erwähnen, auch wenn sie schon Wochen zurückliegt.

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Häufige Fragen zu Mücken im Urlaub

Brauche ich für Südeuropa eine Malaria-Prophylaxe?

Nein. In Italien, Spanien, Griechenland, Kroatien und der Türkei ist für Urlauber keine Malaria-Prophylaxe nötig. Mückenschutz am Abend und in Tigermücken-Gebieten auch tagsüber reicht.

Helfen deutsche Mückenmittel auch in den Tropen?

Ja, wenn der Wirkstoff und die Konzentration stimmen. DEET mit 30 bis 50 Prozent oder Icaridin mit 20 Prozent wirken auch gegen tropische Mücken. Schwächere Mittel und Produkte mit ätherischen Ölen reichen dort nicht.

Wann sollte ich die reisemedizinische Beratung einplanen?

Am besten sechs bis acht Wochen vor der Abreise, weil manche Impfungen mehrere Termine brauchen oder erst nach einigen Tagen schützen. Die Gelbfieberimpfung gilt zum Beispiel erst ab dem zehnten Tag nach der Impfung.

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