
Dengue-Fieber breitet sich weltweit aus und betrifft Deutschland vor allem über Reiserückkehrer. Gleichzeitig siedelt sich die Asiatische Tigermücke, die das Virus übertragen kann, in immer mehr Regionen an, und in Südeuropa gab es bereits vor Ort übertragene Fälle. Dieser Beitrag ordnet ein, wie hoch das Risiko für Reisende und für Daheimgebliebene tatsächlich ist, woran Sie Dengue erkennen und wie Sie sich schützen.
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Dengue weltweit und in Deutschland
Dengue ist die weltweit am stärksten wachsende Krankheit, die von Mücken übertragen wird. Die Weltgesundheitsorganisation meldete in den vergangenen Jahren Rekordzahlen, mit schweren Ausbrüchen in Süd- und Mittelamerika, Südostasien und Teilen Afrikas. Als Gründe gelten der Klimawandel, wachsende Städte und der zunehmende Reiseverkehr.
Importierte Fälle in Deutschland
Fast alle Dengue-Fälle in Deutschland stammen von Reiserückkehrern. Das Robert Koch-Institut meldete 2024 einen starken Anstieg, danach gingen die Zahlen wieder etwas zurück. Häufige Ansteckungsländer sind Thailand, Indonesien, Sri Lanka, Vietnam, die Malediven und Länder in Süd- und Mittelamerika. Welche Länder vorne liegen, wechselt mit den Ausbrüchen vor Ort.
Vor Ort übertragene Fälle in Europa
In Frankreich, Italien und Spanien gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Dengue-Fälle, die sich Menschen vor Ort angesteckt haben, übertragen von der Tigermücke. Auch Kroatien und Ibiza meldeten solche Fälle. In Deutschland ist eine lokale Übertragung von Dengue bisher nicht nachgewiesen. Ganz ausgeschlossen ist sie aber nicht mehr, weil die Tigermücke inzwischen in mehreren Bundesländern vorkommt.
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Symptome, Verlauf und Behandlung
Typische Beschwerden
Die ersten Beschwerden beginnen meist vier bis zehn Tage nach dem Stich, spätestens nach etwa zwei Wochen. Typisch ist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, oft hinter den Augen, sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Daher kommt der Beiname „Knochenbrecherfieber“. Nach einigen Tagen erscheint häufig ein masernähnlicher Ausschlag. Viele Infektionen verlaufen mild oder sogar unbemerkt und heilen nach ein bis zwei Wochen aus, danach bleibt man oft noch längere Zeit erschöpft.
Schweres Dengue: Warnzeichen
Bei einem kleinen Teil der Erkrankten entwickelt sich ein schweres Dengue, oft gerade dann, wenn das Fieber nach einigen Tagen sinkt. Diese Zeichen erfordern sofort ärztliche Hilfe:
- starke Bauchschmerzen oder anhaltendes Erbrechen
- Blutungen aus Zahnfleisch oder Nase, rote Punkte auf der Haut
- Blut im Urin, Stuhl oder Erbrochenen
- starke Schwäche, Unruhe, Benommenheit oder Kreislaufprobleme
Wer schon einmal Dengue hatte, hat bei einer zweiten Infektion mit einem anderen der vier Virustypen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.
Diagnose und Behandlung
Dengue lässt sich mit einem Bluttest nachweisen. Sagen Sie dem Arzt bei Fieber nach einer Reise immer, wo Sie waren, sonst wird Dengue leicht übersehen. Ein Medikament gegen das Virus gibt es nicht, behandelt werden die Beschwerden mit viel Flüssigkeit, Ruhe und fiebersenkenden Mitteln. Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Ibuprofen sind bei Verdacht auf Dengue tabu, weil sie das Blutungsrisiko erhöhen. Welches Mittel geeignet ist, klären Sie mit dem Arzt. Schwere Verläufe werden im Krankenhaus behandelt.
Dengue-Risiko nach Reiseziel
Das Risiko hängt vom Reiseziel, der Jahreszeit und der Art der Reise ab. Ein Strandurlaub im Hotel mit gutem Mückenschutz ist etwas anderes als eine Rucksackreise durch Städte in Südostasien während der Regenzeit.
- Süd- und Mittelamerika: Brasilien, Kolumbien, Peru, Mexiko und viele Länder Mittelamerikas hatten in den letzten Jahren sehr große Ausbrüche.
- Südostasien: Thailand, Indonesien, die Philippinen, Vietnam, Malaysia und Sri Lanka haben das ganze Jahr über Dengue, am stärksten in der Regenzeit.
- Südasien: Indien, Bangladesch und Pakistan verzeichnen regelmäßig große Ausbrüche, auch die Malediven sind betroffen.
- Pazifik und Karibik: viele Inselstaaten mit wiederkehrenden Ausbrüchen.
- Südeuropa: einzelne lokale Fälle in Frankreich, Italien und Spanien, kein Hochrisikogebiet.
So schützen Sie sich
Die Mücken, die Dengue übertragen, stechen vor allem tagsüber. Mückenschutz gehört deshalb in Risikogebieten zum ganzen Tag, nicht nur zum Abend:
- Repellent: Mückenspray mit DEET (30 bis 50 %) oder Icaridin (20 %) auf alle freien Hautstellen, nach dem Baden erneuern.
- Kleidung: lange, helle Kleidung, für längere Reisen gern mit Permethrin imprägniert.
- Unterkunft: Zimmer mit Klimaanlage oder intakten Gittern, bei Bedarf ein Moskitonetz, auch für den Mittagsschlaf.
Die Dengue-Impfung
In Deutschland ist der Impfstoff Qdenga für Menschen ab vier Jahren zugelassen, geimpft wird zweimal im Abstand von drei Monaten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung bisher nur für Menschen, die schon einmal nachweislich eine Dengue-Infektion hatten und in ein Risikogebiet reisen. Reisemedizinische Fachgesellschaften sehen das weiter gefasst und halten die Impfung auch für andere Reisende für sinnvoll. Ob sie für Sie in Frage kommt, klären Sie in einer reisemedizinischen Beratung, am besten einige Monate vor der Reise. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen nicht immer, fragen Sie vorher nach.
Wie groß ist das Risiko für Daheimgebliebene?
Wer nicht in Risikogebiete reist, hat in Deutschland derzeit ein sehr geringes Dengue-Risiko. Für eine Übertragung vor Ort müsste eine Tigermücke einen infizierten Reiserückkehrer stechen, das Virus müsste sich in der Mücke vermehren, und die Mücke müsste danach einen weiteren Menschen stechen. Dazu braucht es viele Tigermücken, warmes Wetter und infizierte Menschen am selben Ort.
Die Ausbreitung der Tigermücke wird deshalb genau beobachtet, etwa über den Mückenatlas, an den Bürger gefangene Mücken schicken können. Wer in einer Gegend mit Tigermücken wohnt, sollte Wasserstellen im Garten beseitigen und im Sommer auch tagsüber Repellent verwenden, als vernünftige Vorsorge.
Häufige Fragen zu Dengue
Kann ich mich in Deutschland mit Dengue anstecken, ohne zu verreisen?
Das ist derzeit sehr unwahrscheinlich. In Deutschland ist bisher keine lokale Übertragung nachgewiesen. Theoretisch möglich ist sie dort, wo Tigermücken leben und infizierte Reiserückkehrer gestochen werden.
Kann man mehrmals an Dengue erkranken?
Ja. Es gibt vier Typen des Dengue-Virus. Eine Infektion schützt nur vor dem Typ, den man hatte, und eine zweite Infektion mit einem anderen Typ verläuft häufiger schwer.
Was tun bei Fieber nach einer Tropenreise?
Zum Arzt gehen und die Reise erwähnen, auch wenn sie schon einige Wochen zurückliegt. Ein Bluttest klärt, ob Dengue, Malaria oder etwas anderes dahintersteckt. Bis zur Diagnose kein Aspirin und kein Ibuprofen nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Dengue und Malaria?
Malaria wird von Parasiten ausgelöst und von nachtaktiven Anopheles-Mücken übertragen, Dengue von einem Virus und tagaktiven Aedes-Mücken. Malaria-Tabletten schützen deshalb nicht vor Dengue.
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