
Auch Hunde werden von Mücken gestochen, vor allem an Stellen mit wenig Fell wie Bauch, Leiste, Ohren und Nasenrücken. In Deutschland ist das meist nur lästig. Auf Reisen in den Süden oder Osten Europas können Mücken aber Krankheiten übertragen, die für Hunde gefährlich sind. Dieser Ratgeber zeigt, welche Risiken es gibt, welche Mittel für Hunde geeignet sind und was Sie vor einer Reise beachten sollten.
Welche Risiken gibt es für Hunde?
Juckende Stiche
Ein Mückenstich beim Hund verursacht meist eine kleine Schwellung und Juckreiz, der nach ein bis zwei Tagen abklingt. Kratzt oder leckt der Hund viel, kann sich die Stelle entzünden. Manche Hunde reagieren allergisch mit Quaddeln oder Krusten, etwa am Nasenrücken.
Herzwurm und Hautwurm
Bestimmte Stechmücken übertragen in Süd- und Osteuropa den Herzwurm (Dirofilaria immitis) und den Hautwurm (Dirofilaria repens). Der Herzwurm setzt sich in Herz und Lungengefäßen fest und kann unbehandelt tödlich enden. Erste Anzeichen wie Husten, schnelle Erschöpfung und Atemnot zeigen sich oft erst Monate nach der Ansteckung. Laut dem Fachverband ESCCAP sind Stechmücken für deutsche Tierhalter vor allem dann ein Thema, wenn der Hund mit auf Reisen in wärmere Länder geht. Einzelne Fälle von Hautwurm wurden auch in Deutschland nachgewiesen.
Leishmaniose durch Sandmücken
Im Mittelmeerraum übertragen Sandmücken die Leishmaniose, eine schwere, oft chronische Erkrankung. Sandmücken sind winzig, fliegen in der Dämmerung und nachts und sind von April bis November aktiv. Für Hunde auf Reisen in Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien oder Portugal ist die Leishmaniose das größte Risiko.
Welche Mittel sind für Hunde geeignet?
- Spot-on-Präparate und Halsbänder mit Permethrin oder Deltamethrin: Sie wehren Mücken, Sandmücken und Zecken ab und sind der Standard für Reisen. Viele sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, lassen Sie sich aber vom Tierarzt beraten.
- Vorbeugende Mittel gegen Herzwurm: Tabletten oder Spot-ons vom Tierarzt, die eingedrungene Larven abtöten, bevor sie Schaden anrichten.
- Impfung gegen Leishmaniose: Sie senkt das Risiko einer schweren Erkrankung, ersetzt aber nicht den Schutz vor Sandmücken.
- Citronella und andere Pflanzenöle: wirken nur kurz und schwach. Ätherische Öle können Hunde mit ihrer empfindlichen Nase stören und die Haut reizen.
Wichtig: Permethrin und Deltamethrin sind für Katzen sehr giftig. Leben Hund und Katze zusammen, sprechen Sie vor der Anwendung unbedingt mit dem Tierarzt. Verwenden Sie am Hund auch kein Mückenspray für Menschen. Mittel mit DEET oder Icaridin sind für Hunde nicht zugelassen, und Hunde lecken sie ab.
Schutz im Alltag
- Gassizeiten anpassen: In der Dämmerung sind die meisten Mücken unterwegs. Legen Sie längere Runden an warmen Abenden auf den Tag.
- Nicht am Wasser rasten: An Teichen, Flüssen und Feuchtwiesen gibt es besonders viele Mücken.
- Schlafplatz schützen: Ein Fliegengitter am Fenster schützt Hund und Familie. Schläft der Hund draußen oder im Wohnmobil, hilft ein Netz über der Box.
- Brutstätten beseitigen: Wassernäpfe im Garten täglich frisch füllen, Regentonnen abdecken, Untersetzer leeren, damit sich keine Mückenlarven entwickeln.
Mit dem Hund in den Süden
Planen Sie eine Reise nach Süd- oder Osteuropa, sprechen Sie einige Wochen vorher mit Ihrem Tierarzt. Er empfiehlt je nach Reiseziel ein Mittel gegen Mücken und Sandmücken, eine Vorbeugung gegen Herzwurm und bei Bedarf die Impfung gegen Leishmaniose. ESCCAP bietet dafür einen Reisetest, der die Empfehlungen für das jeweilige Land zusammenstellt.
Vor Ort gilt:
- Hund in der Dämmerung und nachts im Haus lassen, am besten hinter Gittern
- Schutzmittel rechtzeitig vor der Abreise anwenden, damit es am Ziel schon wirkt
- nach der Rückkehr die Vorbeugung so lange fortführen, wie der Tierarzt es vorgibt
Wer einen Hund aus dem Ausland übernimmt, lässt ihn beim Tierarzt auf Herzwurm, Leishmaniose und andere Reisekrankheiten testen.
Wann zum Tierarzt?
- die Schwellung wird größer oder die Stelle entzündet sich
- der Hund kratzt oder leckt sich wund
- Quaddeln am ganzen Körper, geschwollenes Gesicht oder Atemnot, dann sofort
- nach einer Reise Husten, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Haarausfall um die Augen oder schuppige Haut
Häufige Fragen zu Mücken und Hunden
Darf ich mein Mückenspray am Hund verwenden?
Nein. Mückensprays für Menschen sind für Hunde nicht zugelassen. Hunde lecken sich das Mittel ab, und Wirkstoffe wie DEET können Haut und Schleimhäute reizen. Verwenden Sie nur Produkte, die ausdrücklich für Hunde zugelassen sind.
Braucht mein Hund in Deutschland einen Schutz gegen Herzwurm?
Für Hunde, die nur in Deutschland leben, ist das Risiko nach heutigem Stand gering. Vor Reisen in den Süden oder Osten Europas ist eine Vorbeugung sinnvoll, besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt.
Was hilft gegen einen juckenden Mückenstich beim Hund?
Kühlen Sie die Stelle mit einem feuchten, kalten Tuch und verhindern Sie, dass der Hund kratzt oder leckt. Salben für Menschen nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt, weil der Hund sie ablecken kann.
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