Können Mücken Krankheiten übertragen? Fakten und Schutzmaßnahmen im Überblick

Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), Makroaufnahme

Mücken stören mit ihrem Summen und hinterlassen juckende Stiche, in vielen Regionen der Welt übertragen sie außerdem gefährliche Krankheiten. In Deutschland ist das Risiko gering, auf Reisen in tropische und subtropische Länder kann es hoch sein. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten, die Mücken übertragen, wo sie vorkommen, woran Sie sie erkennen und wie Sie sich schützen.

Die wichtigsten Krankheiten im Überblick

KrankheitErregerÜberträgerImpfung
MalariaParasiten (Plasmodien)Anopheles-Mücken, stechen nachtskeine für Reisende, dafür Prophylaxe-Tabletten
Dengue-FieberVirusAedes-Mücken wie die Tigermücke, stechen tagsüberja, mit Einschränkungen
ChikungunyaVirusAedes-Mücken, tagaktivja, ab 12 Jahren
ZikaVirusAedes-Mücken, tagaktivnein
GelbfieberVirusAedes-Mückenja
West-Nil-FieberVirusCulex-Mücken, auch in Deutschlandnein
Lymphatische FilarioseFadenwürmerverschiedene Stechmückennein

Wie übertragen Mücken Krankheiten?

Beim Stich gibt die Mücke Speichel in die Haut, der das Blut flüssig hält. Hat sie sich zuvor bei einem infizierten Menschen oder Tier angesteckt, können sich die Erreger in ihrem Körper vermehren und gelangen mit dem Speichel beim nächsten Stich in die Blutbahn. Nicht jede Mückenart überträgt jede Krankheit. Malaria übertragen beim Menschen nur Anopheles-Mücken. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann unter anderem Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. Die heimische Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) ist Überträger des West-Nil-Virus.

Malaria

Malaria wird von Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst und von Anopheles-Mücken übertragen, die vor allem zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen stechen. Am höchsten ist das Risiko in Afrika südlich der Sahara. Dazu kommen Teile Süd- und Südostasiens, der Amazonasraum und Papua-Neuguinea. Wie hoch das Risiko an Ihrem Reiseziel ist und ob eine Prophylaxe nötig ist, zeigen die Malaria-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit.

Anzeichen: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal Übelkeit oder Durchfall. Die ersten Beschwerden ähneln einer Grippe und treten meist ein bis vier Wochen nach dem Stich auf, bei manchen Erregern auch Monate später.

Wann zum Arzt: Bei jedem Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet, auch Monate später. Sagen Sie dem Arzt, wo Sie waren. Früh erkannt ist Malaria gut behandelbar, Malaria tropica kann unbehandelt aber schnell lebensbedrohlich werden.

Schutz: Konsequenter Mückenschutz am Abend und in der Nacht mit Repellent, langer Kleidung und Moskitonetz. In Gebieten mit hohem Risiko kommt ein Medikament zur Vorbeugung dazu, das Sie vor der Reise mit einem Reisemediziner absprechen.

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Dengue-Fieber

Dengue wird von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen, darunter die Tigermücke. Die Krankheit ist in fast allen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, in Südostasien, Süd- und Mittelamerika, der Karibik und Afrika. In Südeuropa, etwa in Frankreich, Italien und Spanien, gab es in den vergangenen Jahren auch einzelne vor Ort übertragene Fälle.

Anzeichen: plötzliches hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, oft ein Hautausschlag. Die Beschwerden beginnen meist drei bis 14 Tage nach dem Stich. Ein gezieltes Medikament gegen das Virus gibt es nicht, behandelt werden die Beschwerden. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure sind bei Verdacht auf Dengue tabu, weil sie das Blutungsrisiko erhöhen. Wer nach einer Tropenreise Fieber bekommt, sollte ärztlich klären lassen, welches Mittel geeignet ist.

Schutz: Mückenschutz auch tagsüber. Es gibt einen Impfstoff, den die Ständige Impfkommission bisher nur Menschen ab vier Jahren empfiehlt, die schon einmal nachweislich an Dengue erkrankt waren. Fachgesellschaften für Reisemedizin sehen das weiter gefasst. Ob die Impfung für Sie in Frage kommt, klären Sie in einer reisemedizinischen Beratung.

Chikungunya

Chikungunya wird ebenfalls von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen und kommt in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik vor. Auch in Südeuropa gab es vereinzelt Ausbrüche.

Anzeichen: plötzliches hohes Fieber und starke Gelenkschmerzen, die Wochen bis Monate anhalten können, dazu Kopfschmerzen und oft ein Hautausschlag.

Schutz: Mückenschutz auch tagsüber. Für Reisen in Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen und für längere Aufenthalte in Risikogebieten empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung ab zwölf Jahren. Welcher der beiden Impfstoffe passt, hängt unter anderem vom Alter ab.

Zika

Zika wird von Aedes-Mücken übertragen und kommt vor allem in Mittel- und Südamerika, der Karibik und Teilen Asiens vor. Bei den meisten Menschen verläuft die Infektion mild oder unbemerkt. Gefährlich ist Zika in der Schwangerschaft, weil das Virus beim ungeborenen Kind schwere Fehlbildungen wie eine Mikrozephalie auslösen kann. Schwangere sollten Reisen in Zika-Gebiete deshalb mit ihrem Arzt besprechen. Eine Impfung gibt es nicht.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die in tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas vorkommt und von Aedes-Mücken übertragen wird. Sie beginnt mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und kann in schweren Fällen Leber und Nieren schädigen. Ein Medikament gegen das Virus gibt es nicht.

Schutz: Gegen Gelbfieber gibt es eine sehr wirksame Impfung, die nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen verabreicht wird. Manche Länder verlangen sie bei der Einreise. Der Impfnachweis gilt ab dem zehnten Tag nach der Impfung, planen Sie sie also rechtzeitig vor der Reise ein.

West-Nil-Fieber in Deutschland

Das West-Nil-Virus wurde 2018 erstmals in Deutschland bei einem Vogel gefunden, seit 2019 gibt es auch hierzulande übertragene Erkrankungen bei Menschen. Übertragen wird es vor allem von Culex-Mücken, die sich an infizierten Vögeln anstecken. Laut Friedrich-Loeffler-Institut sind Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen derzeit am stärksten betroffen.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne Beschwerden oder wie eine leichte Grippe. Selten, vor allem bei älteren oder immungeschwächten Menschen, kann das Virus eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung auslösen. Eine Impfung für Menschen gibt es nicht, in den betroffenen Regionen hilft im Spätsommer normaler Mückenschutz am Abend.

Lymphatische Filariose

Die lymphatische Filariose ist eine Infektion mit Fadenwürmern, deren Larven von Stechmücken übertragen werden. Sie kommt nur in tropischen Regionen vor, vor allem in Afrika, Süd- und Südostasien und Teilen Südamerikas. Unbehandelt kann sie über Jahre zu starken Schwellungen der Arme und Beine führen. Für eine Ansteckung sind viele Stiche über einen langen Zeitraum nötig, für Urlauber ist das Risiko deshalb gering.

So schützen Sie sich auf Reisen

  • Repellent: Mückenspray mit DEET (30 bis 50 %) oder Icaridin (20 %) auf alle freien Hautstellen, in Dengue- und Chikungunya-Gebieten auch tagsüber.
  • Kleidung: lange, helle Kleidung, für Tropenreisen gern mit Permethrin imprägniert.
  • Moskitonetz: in Malariagebieten ein imprägniertes Netz über dem Bett.
  • Impfungen und Prophylaxe: rechtzeitig vor der Reise eine reisemedizinische Beratung einplanen, etwa zu Gelbfieber, Chikungunya, Dengue und Malariaprophylaxe.
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Häufige Fragen zu Krankheiten durch Mücken

Können Mücken in Deutschland Krankheiten übertragen?

In geringem Umfang. Das West-Nil-Virus wird seit einigen Jahren auch in Deutschland übertragen, vor allem im Osten. Das Risiko für den Einzelnen ist gering, in den betroffenen Regionen lohnt sich Mückenschutz am Abend trotzdem.

Übertragen Mücken Borreliose?

Borreliose wird von Zecken übertragen. Borrelien wurden zwar vereinzelt in Stechmücken gefunden, eine Übertragung auf den Menschen durch Mückenstiche ist aber nicht belegt.

Können Mücken HIV übertragen?

Nein. Die Mücke saugt Blut nur in eine Richtung, in ihren Magen, und spritzt es nicht in den nächsten Menschen. Das HI-Virus kann sich in der Mücke außerdem nicht vermehren.

Welcher Mückenschutz ist für Tropenreisen am besten?

Die Kombination aus Repellent mit DEET oder Icaridin, langer, am besten imprägnierter Kleidung und einem imprägnierten Moskitonetz. Vor der Reise gehört eine Beratung bei einem Tropen- oder Reisemediziner dazu.

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