Beißende Fliegen begegnen einem öfter, als man denkt, auch wenn sie selten als echte Gefahr gelten. Nicht jede Fliege beißt, aber einige Arten verursachen schmerzhafte Stiche, die Ihre Haut reizen und – wenn’s blöd läuft – sogar Allergien auslösen können. Besonders in ländlichen Gegenden oder dort, wo’s feucht ist, sind sie aktiv.
Sie fragen sich, welche Fliegenarten beißen und wie Sie sich schützen können? Dann sind Sie hier auf einer guten Spur. Es gibt viele verschiedene Arten – Bremsen, Kriebelmücken, Wadenstecher – und die gehen tatsächlich auf Ihr Blut los. Mit ein bisschen Wissen über ihre Lebensräume und Eigenheiten können Sie sich schon recht gut wappnen.
Hier finden Sie, welche Fliegenarten besonders gern zubeißen, wie Sie ihre Bisse erkennst und was gegen die Symptome hilft. So sind Sie beim nächsten Ausflug ins Grüne vielleicht ein bisschen entspannter unterwegs.
Was sind beißende Fliegen?
Klar, Fliegen nerven meistens nur – aber manche beißen eben auch. Dafür haben sie spezielle Mundwerkzeuge, und das fühlt sich ganz anders an als ein Stich von einer Wespe oder Mücke. Viele Leute verwechseln die Arten, weil sie sich optisch manchmal ähnlich sind.
Unterschied zwischen Beißen und Stechen
Wenn Fliegen beißen, schneiden sie mit ihren scharfen Mundwerkzeugen die Haut auf und saugen dann das Blut. Das unterscheidet sich deutlich vom Stechen: Wespen oder Mücken nutzen einen Rüssel oder Stachel, um an Blut zu kommen oder sich zu verteidigen.
Wespen bohren ihren Stachel in die Haut und lassen ihn manchmal sogar stecken. Fliegen hingegen beißen einfach zu – das hinterlässt kleine Wunden, die meist jucken oder anschwellen.
Wie kommt es zu einem Fliegenbiss?
Fliegen brauchen Blut, meistens zur Eiablage oder um sich zu ernähren, und dann beißen sie zu. Oft merken Sie das erst, wenn es plötzlich brennt oder sticht – das liegt an den Stoffen im Speichel der Fliege.
Viele dieser Fliegen suchen sich Stellen, wo die Haut dünn und gut durchblutet ist – Waden, Nacken, sowas eben. Der Biss tut nicht nur weh, sondern kann, vor allem bei Bremsen oder Lausfliegen, auch Krankheiten übertragen.
Häufig vorkommende Fliegenarten
Zu den beißenden Fliegen gehören zum Beispiel:
- Bremsen (Gemeine Stechfliege, Große Viehbremse): Weibchen beißen schmerzhaft, besonders in der Nähe von Wasser.
- Lausfliegen: Die knabbern an Menschen und Tieren, meist am Nacken.
- Wadenbeißer: Vor allem rund um Ställe unterwegs, beißen gerne in unbedeckte Beine.
- Pferdelausfliege: Geht eher auf Pferde los, Menschen erwischt sie selten.
Oft sehen diese Arten harmlosen Fliegen ähnlich, aber wenn man genauer hinschaut, erkennt man längere Stechrüssel oder auffällige Flügel.
Verwechslungsgefahr mit Mücken und Wespen
Viele verwechseln beißende Fliegen mit Mücken oder Wespen. Mücken stechen mit einem dünnen Rüssel und saugen Blut, ohne zu beißen. Wespen nutzen ihren Stachel – beißen tun sie eher selten.
Bremsen und Wadenbeißer sind meist größer, robuster und haben oft durchscheinende Flügel. Wespen erkennt man an den schwarz-gelben Streifen, Stechmücken sind viel schlanker. Fliegen beißen mit ihren Mundwerkzeugen, Mücken und Wespen stechen.
Wichtige Arten beißender Fliegen und ihre Merkmale
Es gibt viele Fliegenarten, die tatsächlich beißen und dabei schmerzhafte, juckende Wunden hinterlassen. Manche stehen auf bestimmte Lebensräume oder Wirtstiere, und ihre Bisse bringen verschiedene Beschwerden oder manchmal sogar Infektionen mit sich.
Bremsen und deren Unterarten
Bremsen sind wohl die bekanntesten unter den beißenden Fliegen. Besonders die Große Viehbremse, Große Sumpfbremse und Gemeine Blindbremse trifft man oft in der Nähe von Wasser. Nur die Weibchen beißen, weil sie Blut für ihre Eier brauchen.
Die schwarzgelbe Bergbremse fällt mit ihrer auffälligen Färbung auf und wird leicht mit einer Biene verwechselt. Die Goldaugenbremse bleibt nach dem Biss gerne länger auf der Haut sitzen.
Bremsenbisse tun richtig weh und jucken oft noch lange. Kühlen hilft, und wenn’s sich entzündet, sollte man besser zum Arzt gehen.
Lausfliegen und ihre Besonderheiten
Bei Lausfliegen beißen Männchen und Weibchen gleichermaßen. Bekannt sind zum Beispiel die Hirschlausfliege, Mauerseglerlausfliege und Pferdelausfliege. Sie halten sich meist in der Nähe ihrer Lieblingswirte auf.
Die Hirschlausfliege sieht fast aus wie eine Zecke, hat aber Flügel, die sie nach dem Festkrallen abwirft. Ihr Biss tut weh, kommt oft am Nacken vor und kann sich entzünden.
Die Mauerseglerlausfliege sticht schmerzhaft und hinterlässt Quaddeln, die locker eine Woche bleiben können. Die Pferdelausfliege beißt Menschen selten, ist aber von August bis Oktober oft in der Nähe von Pferden zu finden.
Gemeine Stechfliege
Die Gemeine Stechfliege, auch Wadenbeißer oder Brennfliege genannt, taucht oft in der Nähe von Ställen auf. Sie steht auf ungeschützte Haut an den Waden und fällt durch ihren längeren Stechrüssel auf.
Sie sieht der normalen Stubenfliege ähnlich, aber ihre Flügel stehen kräftig ab. Ihr Biss tut weh und kann sogar Krankheiten übertragen.
Wenn sie sich erwischt hat, kühl die Stelle schnell, um eine Entzündung zu vermeiden. Die Stechfliege ist vor allem im Sommer unterwegs.
Kriebelmücken in Deutschland
Kriebelmücken sind winzig, aber ihre Bisse haben es in sich – sie jucken und schmerzen. Weil sie so klein sind, kommen sie sogar durch Moskitonetze und feinen Draht.
Nach dem Biss haben Sie oft rote Flecken oder schmerzhafte Quaddeln. In Deutschland finden Sie sie vor allem in feuchten Gegenden und in der Nähe von Wasser.
Auch sie leben vom Blut und können ganz schön lästig werden. Am besten schützen Sie sich mit passender Kleidung und Repellents.
Symptome und Gefahren durch Fliegenbisse
Fliegenbisse lösen meistens sichtbare, juckende Hautreaktionen aus. Manchmal steckt aber mehr dahinter – Infektionen oder andere gesundheitliche Probleme sind möglich. Es lohnt sich, die Symptome im Blick zu behalten und bei Bedarf zum Arzt zu gehen.
Typische lokale Reaktionen
Nach einem Fliegenbiss sehen Sie oft eine Rötung, leichte Schwellung und spüren Juckreiz an der Stelle. Manchmal bleibt ein kleines Loch zurück. Das alles ist eine Reaktion Ihres Körpers auf den Fliegenspeichel.
Bremsen oder Kriebelmücken verursachen besonders schmerzhafte Bisse. Kühle die Stelle mit einer kalten Kompresse, das hilft gegen Schwellung und Schmerz.
Wasche die Haut mit Seife und Wasser – das verhindert Infektionen. Wenn der Juckreiz nicht nachlässt, können Sie eine hydrocortisonhaltige Creme probieren.
Anzeichen für Infektionen oder Entzündungen
Wenn die Rötung nach einem Biss zunimmt, die Stelle warm wird oder sich Eiter bildet, könnte eine Infektion dahinterstecken. Starke Schmerzen oder geschwollene Lymphknoten in der Nähe sind Warnsignale.
Hirschfliegen zum Beispiel übertragen manchmal Krankheiten wie Tularämie. Fieber, Kopfschmerzen und Hautgeschwüre gehören zu den Symptomen. Dann solltest Sie wirklich schnell zum Arzt.
Halte die Stelle sauber und reize sie nicht zusätzlich. Je früher Sie sich um eine mögliche Infektion kümmerst, desto besser.
Schwere und allergische Reaktionen
Manche reagieren allergisch auf Fliegenstiche – starker Schwindel, Atemnot oder große Schwellungen sind dann möglich. In so einem Fall solltest Sie sofort ärztliche Hilfe holen.
Allergien können auch Nesselsucht oder Kreislaufprobleme auslösen. Wenn der Juckreiz extrem wird oder andere Körperstellen betroffen sind, beobachte sich genau.
Bekommen Sie Atemnot oder können schwer schlucken, ruf den Notdienst. Solche heftigen Reaktionen sind selten, aber sie können gefährlich werden.
Kühl die Stelle und gönn Ihnen etwas Ruhe, das hilft bei leichteren Symptomen. Wenn die Schwellung nicht nachlässt oder die Beschwerden schlimmer werden, ab zum Arzt.
Behandlung von Fliegenbissen
Fliegenbisse tun weh und jucken oft ziemlich. Die Behandlung soll vor allem Schmerzen und Juckreiz lindern und Entzündungen vorbeugen. Manchmal reichen Hausmittel, manchmal braucht es Medikamente, und bei starken Reaktionen sollte ein Arzt draufschauen.
Erste Maßnahmen und Hausmittel
Leg sofort ein kaltes Tuch oder einen Eispack auf die Bissstelle, das hilft gegen Schwellung und Schmerz. Versuch, nicht zu kratzen – sonst kann’s sich leicht entzünden oder sogar infizieren.
Aloe Vera oder Kamillenextrakt beruhigen die Haut oft ganz gut. Bei starkem Juckreiz hilft ein mildes Antihistaminikum aus der Apotheke. Halte die Haut sauber und trocken.
Medikamentöse Therapie
Kühlende Gels mit Menthol oder Hydrocortison lindern Juckreiz und Schwellungen recht effektiv. Bei Allergien oder heftigeren Entzündungen kann eine kortisonhaltige Creme sinnvoll sein.
Antihistaminika als Tabletten helfen auch von innen gegen den Juckreiz. Sollte sich eine bakterielle Entzündung entwickeln, verschreibt der Arzt im Zweifel eine antibiotische Salbe oder Therapie.
Wann zum Arzt gehen?
Gehen Sie zum Arzt, wenn die Schwellung plötzlich stark zunimmt, die Einstichstelle gerötet ist oder sich sogar Eiter bildet. Auch wenn Schmerzen nicht nachlassen, Fieber auftritt oder allergische Symptome wie Atemnot oder ein heftiger Hautausschlag dazukommen, ist ein Arztbesuch angesagt.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Krankheitserreger im Spiel sind, oder wenn Vorerkrankungen bestehen, holen Sie lieber ärztlichen Rat ein. Leichte Fälle bekommen die meisten Menschen aber gut selbst in den Griff.
Vorbeugung und persönlicher Schutz
Wer sich vor beißenden Fliegen schützen will, kommt an ein paar einfachen Maßnahmen nicht vorbei. Verhalten, passende Schutzmittel und ein bisschen Vorbereitung helfen enorm. Draußen hilft es, bewährte Repellents zu benutzen und sich entsprechend zu kleiden. Zu Hause halten Schutzgitter und spezielle Fallen die Plagegeister fern.
Kleidung und Verhalten im Freien
Ziehen Sie am besten enge, langärmlige Shirts und lange Hosen an, damit die Fliegen möglichst wenig Haut erwischen. Helle Kleidung ist übrigens besser, denn dunkle Töne ziehen die Tiere magisch an.
Meiden Sie windstille, feuchte Ecken, wenn’s geht – dort tummeln sich die meisten stechenden Fliegen. Bewegung hilft, weil Fliegen lieber auf stillstehenden Menschen landen. Und wenn doch mal eine Fliege auf der Haut sitzt: Schnell wegwischen!
Wirksame Mückenschutzmittel
Greifen Sie zu Mückenschutzmitteln mit DEET oder Icaridin – die wirken einfach am zuverlässigsten gegen stechende Insekten. DEET schützen lange und gründlich, kann aber bei empfindlicher Haut reizen. Icaridin gilt als hautfreundlicher, schützen aber genauso gut.
Verteilen Sie das Mittel großzügig auf alle unbedeckten Hautstellen und achten Sie auf die Hinweise zur Häufigkeit der Anwendung. Für Kinder am besten besonders hautverträgliche Produkte wählen.
Reine ätherische Öle reichen als Schutz meistens nicht aus, weil sie einfach zu schnell verfliegen.
Tipps für Schutz im Wohnbereich
Bringen Sie Fliegengitter an Fenstern und Türen an, damit beißende Fliegen draußen bleiben. Greifen Sie am besten zu engmaschigen Varianten – die halten sogar die kleinen Plagegeister fern.
Stellen Sie Fliegenfallen oder elektrische UV-Lampen auf, um die Zahl der Fliegen drinnen spürbar zu senken. Gerade gegen Wadenstecher sind UV-Lampen oft richtig hilfreich, auch wenn man manchmal skeptisch ist, ob das wirklich reicht.
Lüften Sie lieber in den kühleren Stunden – dann verirren sich weniger Fliegen ins Zimmer. Pflanzen wie Lavendel oder Minze auf der Fensterbank können Fliegen abschrecken, aber ganz ehrlich: Ohne Fliegengitter kommt man trotzdem nicht aus.
Lassen Sie keine offenen Lebensmittel herumstehen, sonst laden Sie Fliegen quasi direkt ein.
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