
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in Deutschland angesiedelt und breitet sich weiter aus. Sie ist klein, schwarz-weiß gemustert, sticht tagsüber und kann in anderen Teilen der Welt Krankheiten wie Dengue und Chikungunya übertragen. Dieser Ratgeber erklärt, wo die Tigermücke in Deutschland vorkommt, wie Sie sie erkennen, wie groß das Risiko wirklich ist und was Sie gegen sie tun können.
Wo kommt die Tigermücke in Deutschland vor?
Nachgewiesen wurde die Tigermücke in Deutschland erstmals 2007. Seitdem wird sie immer wieder mit dem Reise- und Warenverkehr aus dem Süden eingeschleppt und hat sich an vielen Orten festgesetzt. Am stärksten verbreitet ist sie im Südwesten, besonders im Oberrheingraben in Baden-Württemberg. Etablierte Populationen gibt es inzwischen auch in Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie in einzelnen Städten, etwa in Bayern, Thüringen, Berlin und Sachsen. In Dresden wurde sie laut Landesuntersuchungsanstalt Sachsen im September 2024 erstmals gefunden, die Population gilt dort inzwischen als etabliert.
Eingeschleppt wird die Mücke vor allem über den Handel mit Altreifen und Glücksbambus, in denen Wasser steht, und mit Autos und Lkw aus Südeuropa. Ihre Eier vertragen Kälte und Trockenheit gut und überstehen in milden Lagen auch deutsche Winter. Wie sich die Verbreitung entwickelt, zeigt die Karte des Mückenatlas, in dem Bürger gefangene Mücken bestimmen lassen.
- Ideal für Reisende in tropischen Gebieten mit extremem Mückenbefall
- Wirksamer Schutz bis zu 10H gegen Stech- und Malariamücken und bis zu 5H vor Zecken
So erkennen Sie die Tigermücke
- Größe: klein, mit Beinen meist kleiner als eine Ein-Cent-Münze.
- Färbung: schwarz mit auffälligen weißen Punkten und Bändern.
- Rücken: ein einzelner, deutlicher weißer Längsstreifen über Kopf und Rücken.
- Beine: Hinterbeine mit weißen Ringen, das letzte Glied ist ganz weiß.
- Verhalten: sticht tagsüber, besonders morgens und am späten Nachmittag, oft an Beinen und Knöcheln, und ist hartnäckig.
Verwechseln lässt sie sich vor allem mit der ebenfalls eingeschleppten Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus). Diese hat statt des einen weißen Streifens mehrere feine, goldgelbe Linien auf dem Rücken. Heimische Stechmücken sind meist bräunlich und ohne deutliches Muster.
Wie gefährlich ist die Tigermücke?
In Deutschland hat die Tigermücke bisher keine Krankheit übertragen. Damit sie ein Virus weitergeben kann, muss sie zuerst einen infizierten Menschen stechen, meist einen Reiserückkehrer. Dann muss sich das Virus in der Mücke vermehren, bevor sie beim nächsten Stich einen anderen Menschen ansteckt. Dafür braucht es viele Tigermücken, warmes Wetter und infizierte Menschen am selben Ort.
In Südeuropa ist das schon passiert. In Italien und Frankreich gab es in den vergangenen Sommern Ausbrüche von Chikungunya und einzelne vor Ort übertragene Dengue-Fälle. Das Umweltbundesamt nennt unter anderem Chikungunya-, Dengue- und West-Nil-Virus als Erreger, die die Tigermücke übertragen kann. Für Deutschland rechnen Fachleute damit, dass es in warmen Sommern künftig einzelne Fälle geben kann.
Dengue
Dengue ist weltweit die wichtigste Krankheit, die die Tigermücke übertragen kann. Die gemeldeten Dengue-Fälle in Deutschland stammen fast alle von Reiserückkehrern.
Chikungunya und Zika
Chikungunya verursacht hohes Fieber und starke Gelenkschmerzen, die lange anhalten können. Gegen Chikungunya gibt es eine Impfung für Reisende ab zwölf Jahren. Zika ist vor allem für Schwangere gefährlich, weil es beim ungeborenen Kind Fehlbildungen auslösen kann. Beide Krankheiten treten in Deutschland bisher nur bei Reiserückkehrern auf.
Herzwurm bei Hunden
Die Tigermücke kann auch Larven des Herzwurms übertragen, einer Erkrankung, die vor allem Hunde betrifft. In Deutschland wird sie bisher vor allem bei Hunden nachgewiesen, die aus dem Mittelmeerraum stammen oder dort im Urlaub waren.
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Tigermücke gefunden: So melden Sie sie
Funde helfen, die Ausbreitung zu verfolgen und früh gegenzusteuern. So gehen Sie vor:
- Die Mücke möglichst unbeschädigt fangen, zum Beispiel mit einem Glas und einer Postkarte.
- Die Mücke nach den Hinweisen des Mückenatlas einfrieren und in einem kleinen Behälter einsenden. Die Bestimmung ist kostenlos.
- Manche Bundesländer und Städte nehmen zusätzlich Fotos per E-Mail entgegen, Hinweise dazu finden Sie beim Gesundheitsamt oder der Landesbehörde.
- Rund um den Fundort nach kleinen Wasserstellen suchen und sie beseitigen.
Schutz vor der Tigermücke
Weil die Tigermücke tagsüber sticht, reicht der übliche Schutz am Abend nicht aus. In Gegenden mit Tigermücken brauchen Sie ihn auch am Tag.
Mückenspray
- Icaridin 20 %: gut verträglich, fast geruchlos, greift keine Kunststoffe an und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet, wenn der Hersteller es freigibt.
- DEET 20 bis 50 %: sehr gut untersucht und lange wirksam, greift aber Kunststoffe an und ist für Kinder unter zwei Jahren nicht geeignet.
- IR3535: mild, wirkt aber nur etwa zwei bis vier Stunden.
Tragen Sie das Mückenspray auf alle freien Hautstellen auf, besonders an Beinen und Knöcheln, und erneuern Sie es nach dem Baden oder starkem Schwitzen.
- Autan Tropical Pumpspray schützt effektiv bis zu 8h vor heimischen Mücken und bis zu 6h vor Tigermücken, auch bei hoher Luftfeuchtigkeit
- Praktische Outdoor-Flasche mit festsitzendem Deckel und Loch zur Befestigung am Rucksack oder Gürtel
Kleidung
Die Tigermücke sticht durch dünnen Stoff. Helle, langärmelige Kleidung, lange Hosen und Socken schützen, im Garten auch geschlossene Schuhe. Für viel Zeit im Freien gibt es Kleidung, die mit Permethrin imprägniert ist.
Wohnung und Terrasse
Ein Mückengitter an Fenstern und Balkontür hält die Tigermücke auch tagsüber draußen. Auf der Terrasse erschwert ein Ventilator das Landen.
Brutstätten beseitigen: die wichtigste Maßnahme
Die Tigermücke legt ihre Eier an den Rand kleinster Wasserstellen. Sie braucht keine Teiche, ein Untersetzer oder eine vergessene Gießkanne reichen. Die Eier überstehen Trockenheit monatelang und schlüpfen, sobald wieder Wasser darin steht. Kontrollieren Sie deshalb in der warmen Jahreszeit jede Woche Garten und Balkon:
- Untersetzer von Blumentöpfen leeren oder mit Sand füllen.
- Gießkannen, Eimer und Spielzeug umgedreht lagern.
- Wasser in Vogeltränken mindestens einmal pro Woche vollständig wechseln und die Schale ausbürsten, weil die Eier am Rand kleben.
- Regentonnen mit einem Deckel oder engmaschigen Netz verschließen.
- Dachrinnen und Abläufe frei halten.
- Planschbecken nach dem Baden leeren, alte Reifen nicht im Freien lagern.
Am meisten erreicht eine ganze Nachbarschaft, die gemeinsam Brutstätten beseitigt, weil die Tigermücke nur wenige hundert Meter weit fliegt.
Häufige Fragen zur Tigermücke
Ist die Tigermücke in Deutschland gefährlich?
Derzeit ist das Risiko gering, weil sie hier bisher keine Krankheit übertragen hat. Lästig ist sie trotzdem, weil sie tagsüber und hartnäckig sticht. Wer nach einer Reise Fieber, starke Gelenkschmerzen oder einen Hautausschlag bekommt, sollte zum Arzt gehen und die Reise erwähnen.
Wie unterscheide ich die Tigermücke von einer heimischen Mücke?
Am einzelnen weißen Längsstreifen auf dem Rücken und den schwarz-weiß geringelten Beinen. Heimische Stechmücken sind meist bräunlich. Sind Sie unsicher, schicken Sie die Mücke an den Mückenatlas.
Sticht die Tigermücke auch nachts?
Vor allem tagsüber, besonders am Morgen und am späten Nachmittag. Nachts sind eher die heimischen Stechmücken unterwegs.
Kann man die Tigermücke wieder loswerden?
Ganz verschwinden wird sie nicht mehr. Wo Kommunen und Anwohner konsequent Brutstätten beseitigen und Larven mit dem biologischen Mittel Bti bekämpfen, lassen sich die Bestände aber deutlich klein halten.
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