
Abflussfliegen sind kleine, pelzig behaarte Mücken mit breiten Flügeln, die tagsüber still an Fliesen und Wänden in Bad und Küche sitzen. Fachlich heißen sie Schmetterlingsmücken. Sie stechen nicht und brüten im schmierigen Belag von Abflüssen und Siphons. Abflussfliegen loswerden Sie deshalb nur, wenn Sie diesen Belag gründlich entfernen, selten genutzte Abflüsse regelmäßig durchspülen und die erwachsenen Tiere absaugen. Fallen und Insektensprays allein lösen das Problem nicht, weil die Larven im Rohr weiterwachsen.
Woran Sie Abflussfliegen erkennen
Abflussfliegen gehören zur Familie der Schmetterlingsmücken (Psychodidae) und damit wie Stechmücken zu den Zweiflüglern. Nach Angaben des Umweltbundesamts zur Abortfliege gibt es in Mitteleuropa etwa 93 Arten, die sich für Laien kaum unterscheiden lassen. Die erwachsenen Tiere werden bis zu 3,5 Millimeter groß und sind stark behaart. Je nach Art sind sie gelblich, braungrau oder schwarz gefärbt.
- Flügel: breit, behaart und in Ruhe dachartig über dem Körper gefaltet, was den Tieren das Aussehen winziger Nachtfalter gibt
- Sitzplatz: Fliesen, Duschwand, Spiegel und Fensterrahmen in der Nähe von Waschbecken, Dusche oder Bodenablauf
- Flug: kurz und ruckartig, die Tiere hüpfen eher von einer Stelle zur nächsten
- Tageszeit: aktiv vor allem am Abend, tagsüber sitzen sie meist regungslos
Seit einigen Jahren breitet sich in Deutschland zusätzlich die Weißpunktierte Schmetterlingsmücke (Clogmia albipunctata) aus. Sie stammt ursprünglich aus den Tropen und Subtropen, wird 3 bis 5 Millimeter groß und trägt weiße Flecken am Flügelrand. Für die Bekämpfung macht das keinen Unterschied, alle Arten brüten an denselben Stellen.
Abflussfliege, Fruchtfliege oder Trauermücke?
Drei kleine Insekten tauchen in Wohnungen besonders häufig auf und werden oft verwechselt. Jedes braucht eine andere Behandlung, deshalb lohnt der genaue Blick. Wer Fruchtfliegen loswerden möchte, setzt an Obstschale und Biomüll an. Trauermücken dagegen steigen beim Gießen aus der Blumenerde auf. Abflussfliegen erkennen Sie an den pelzigen Flügeln und daran, dass sie fast immer in der Nähe eines Abflusses sitzen.
| Merkmal | Abflussfliege | Fruchtfliege | Trauermücke |
|---|---|---|---|
| Aussehen | behaart, breite Flügel | hellbraun, oft rote Augen | schlank, dunkel, lange Beine |
| Typischer Ort | Bad, Küche, Keller | Obstschale, Biomüll | Zimmerpflanzen |
| Brutstätte | Belag in Abfluss und Siphon | gärendes Obst, Abfälle | feuchte Blumenerde |
| Was hilft | Abfluss mechanisch reinigen | Brutstellen beseitigen, Essigfalle | weniger gießen, Gelbtafeln, Nematoden |
Woher Abflussfliegen kommen
Die Weibchen legen laut Umweltbundesamt Gelege mit 30 bis 100 Eiern an organisches Material, vor allem an die Beläge in Abwasserrohren und Siphons. Daraus schlüpfen gräuliche Larven, die bis zu einem Zentimeter lang werden. Sie fressen Algen, Pilze und Bakterienbeläge und brauchen dafür dauerhaft nasse, nährstoffreiche Stellen. Angelockt werden die erwachsenen Tiere vom Geruch nach Urin und Kot, deshalb sitzen sie besonders oft im Badezimmer.
Sehen Sie viele Abflussfliegen auf einmal, sind die Tiere also meist nicht von draußen hereingeflogen. Sie vermehren sich direkt in der Wohnung, und bei günstigen Bedingungen kommt es zu einer Massenvermehrung. Typische Brutstellen sind:
- Siphon unter Waschbecken und Spüle: Hier sammeln sich Haare, Seifenreste und Fett, ein idealer Nährboden.
- Dusch- und Bodenablauf: Der Belag sitzt oft unter dem Sieb und im Geruchsverschluss.
- Selten genutzte Abflüsse: Gäste-WC, Waschküche oder Kellerablauf, wo das Wasser lange steht und niemand den Belag stört.
- Überlauf von Waschbecken und Badewanne: Auch dort lagert sich Schmutz ab, der kaum je gespült wird.
- Blumenuntersetzer: Stehendes, verschmutztes Wasser reicht ebenfalls als Brutstelle.
Abflussfliegen loswerden: so gehen Sie vor
Erfolg haben Sie nur, wenn Sie an der Brutstelle ansetzen. Das Umweltbundesamt nennt die Reinigung der Abflüsse als wichtigste Maßnahme und rät, Insektizide grundsätzlich zu vermeiden.
1. Die Brutstelle finden
Haben Sie mehrere Abflüsse in Verdacht, hilft ein einfacher Test. Kleben Sie abends einen Streifen Klebeband mit der Klebeseite nach unten locker über den Abfluss, sodass noch Luft durchkommt. Sitzen am nächsten Morgen Mücken daran, ist dieser Abfluss die Brutstelle. Wiederholen Sie den Test an den anderen Abflüssen, damit Sie keine Quelle übersehen.
2. Den Belag mechanisch entfernen
Spülen allein reicht nicht, denn der Belag haftet fest an der Rohrwand. Entfernen Sie zuerst Sieb und Stopfen und reinigen Sie den sichtbaren Bereich. Danach fahren Sie mit einer flexiblen Abflussbürste oder einer Reinigungsspirale mehrmals durch den Abfluss, so weit es geht. Unter Waschbecken und Spüle lässt sich der Siphon meist von Hand abschrauben. Stellen Sie einen Eimer darunter, nehmen Sie das Rohrstück ab und waschen Sie es gründlich aus. Anschließend spülen Sie alles mit heißem Wasser und einem Haushaltsreiniger nach.
Wiederholen Sie die Reinigung nach einigen Tagen. Aus Eiern, die beim ersten Durchgang übrig geblieben sind, können noch Larven schlüpfen.
3. Selten genutzte Abflüsse spülen und abdecken
Lassen Sie im Gäste-WC, in der Waschküche oder im Keller regelmäßig Wasser laufen und reinigen Sie diese Abflüsse ebenso wie die täglich genutzten. Abflüsse, die Sie über längere Zeit nicht brauchen, decken Sie mit einem Stopfen oder einer Abdeckung ab. So finden die Weibchen keinen Platz für ihre Eier.
4. Die erwachsenen Tiere absaugen
Die Mücken an Wand und Fliesen nehmen Sie am einfachsten mit dem Staubsauger auf. Das empfiehlt auch das Umweltbundesamt bei einem bestehenden Befall. Solange die Brutstelle noch aktiv ist, kommen allerdings neue Tiere nach.
Das passende Werkzeug
Für die Reinigung brauchen Sie keinen Spezialisten, eine flexible Bürste für Waschbecken und Dusche und eine längere Spirale für tiefer liegende Rohrabschnitte reichen in den meisten Haushalten aus.
Was gegen Abflussfliegen wenig bringt
Ein Insektenspray tötet nur die Tiere, die gerade an der Wand sitzen. Die Larven im Rohr bleiben unberührt, und in der Wohnung belastet das Mittel vor allem die Raumluft. Auch Essigfallen, die bei Fruchtfliegen gut funktionieren, fangen kaum Abflussfliegen, weil diese nicht von gärendem Obst angelockt werden. Klebefallen zeigen Ihnen zwar, ob noch Tiere fliegen, gegen die Ursache helfen sie aber nicht.
Kehren die Mücken trotz gründlicher Reinigung immer wieder zurück, kann ein verstecktes Problem dahinterstecken, etwa ein undichtes Rohr unter dem Boden, in dem sich Schmutz und Feuchtigkeit sammeln. Dann hilft eine Sanitärfirma, die die Abflusssysteme reinigt und nötige Abdichtungen vornimmt. Bei wiederholtem Befall in größeren Gebäuden ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.
Sind Abflussfliegen gefährlich?
Für gesunde Menschen sind Abflussfliegen vor allem lästig. Sie können nicht stechen und lösen nach Einschätzung des Umweltbundesamts keine Allergien aus. Anders als beißende Fliegen wie Bremsen haben sie es nicht auf Blut abgesehen. Weil sie sich aber in Abwasser aufhalten, können sie Keime verschleppen. In Krankenhäusern, Pflegeheimen, Hotels und Großküchen wird das zum Hygieneproblem. Im eigenen Haushalt genügt es, Lebensmittel abzudecken und die Brutstellen zügig zu beseitigen.
Abflussfliegen dauerhaft vorbeugen
- Abflüsse regelmäßig reinigen: Haare und Beläge alle paar Wochen mit Bürste oder Spirale entfernen, bevor sich eine dicke Schicht bildet.
- Siebe einsetzen: Ein Haarsieb in Dusche und Waschbecken hält viel Material zurück, das sonst im Siphon landet.
- Wenig genutzte Abflüsse spülen: Einmal pro Woche Wasser laufen lassen, bei längerer Abwesenheit abdecken.
- Untersetzer leeren: Kein stehendes Wasser in Blumenuntersetzern und Eimern lassen.
- Fenster schützen: Ein Insektenschutz am Fenster hält Tiere draußen, die aus Gully, Kompost oder Regentonne zufliegen.
Häufige Fragen zu Abflussfliegen
Können Abflussfliegen stechen?
Nein. Abflussfliegen haben keinen Stechrüssel und saugen kein Blut. Sie sind lästig, aber für Menschen und Haustiere im Haushalt ungefährlich.
Wie lange dauert es, bis die Abflussfliegen weg sind?
Wenn Sie alle Brutstellen gefunden und gründlich gereinigt haben, werden es innerhalb weniger Tage deutlich weniger Tiere. Einzelne Mücken können noch nachschlüpfen, deshalb sollten Sie die Reinigung nach einigen Tagen wiederholen.
Hilft heißes Wasser allein gegen Abflussfliegen?
Nur bedingt. Heißes Wasser spült lose Reste weg, der feste Belag an der Rohrwand bleibt aber oft haften. Erst zusammen mit Bürste oder Spirale entziehen Sie den Larven die Nahrung.
Warum habe ich im Winter Abflussfliegen?
Abflussfliegen sind nicht auf den Sommer angewiesen. In der warmen Wohnung und im feuchten Siphon finden sie das ganze Jahr über passende Bedingungen, deshalb tauchen sie auch in der Heizperiode auf.
Sind Abflussfliegen ein Zeichen für mangelnde Sauberkeit?
Nicht unbedingt. Auch in gepflegten Wohnungen bildet sich im Siphon ein Belag, den man von außen nicht sieht. Besonders oft sind selten genutzte Abflüsse betroffen.
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